Titel: Deny de Curis, über Bereitung des hydraulischen Mörtels.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1841, Band 79, Nr. C./Miszelle 3 (S. 463–464)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj079/mi079100_3

Deny de Curis, über Bereitung des hydraulischen Mörtels.

Ueber diesen Gegenstand reichte Hr. Deny de Curis der franz. Akademie eine Notiz ein, und Hr. Hericart de Thury erstattete im Namen einer Commission Bericht über dieselbe. Schon im Jahre 1835 hat dieser geschikte Praktiker eine Notiz darüber vorgelegt, nach welcher er mit den Ansichten Vicat's nicht einverstanden seyn kann. Auch in seiner jüngsten vom 24. August v. J. wiederholt er, daß man nicht mit Recht dafür halte, daß nur aus gewissen Kalksteinen |464| hydraulischer Mörtel erhalten werden könne, sondern daß solchen jeder Kalkstein geben kann, daß also nicht sowohl in der innern Beschaffenheit der Steine, als in deren Behandlung zu suchen sey, was, und zwar besonders den guten, hydraulischen Mörtel ausmacht. Nach seinen in vielen Ländern gemachten Erfahrungen kann man mittelst seines Verfahrens den Kalk zu löschen, aus den verrufensten Kalksteinen eben sowohl wie aus den gepriesensten, hydraulischen Kalk erhalten.

Wenn Hr. Deny auf das gehörige Brennen des Kalksteins, und auf das Auslesen der ungebrannten oder todt gebrannten Stüke etc. sieht, was Hr. Vicat als so nothwendig erwiesen hat (S. 367 in diesem Bande des polytechnischen Journals) und was doch vorausgesezt werden muß, weil er auf das gute Löschen großen Werth sezt, so muß sein Verfahren einen guten Mörtel geben. Es besteht 1) in Bildung einer runden Vertiefung in Sand, welche die doppelte Menge des zu löschenden Kalkes faßt; 2) in Ausbreitung des Kalkes in derselben in 5 – 7 Zoll diken Lagen; 3) in Anwendung von nicht mehr als der gerade nothwendigen Menge Wassers zum Löschen des Kalks, höchstens also zwei Theilen Wasser auf 1 Theil Kalk; 4) in Anfertigung einer zweiten Lage Kalks unter Zusaz von nur so viel Wasser als absolut nothwendig ist, um ihn zu durchdringen, ohne ihn jedoch mit der Krüke zu rühren; 5) in Anwendung gut ausgewaschenen, nicht erdigen Sandes; und 6) in Vermeidung der Anfertigung von mehr Mörtel, als zu der eben bevorstehenden Arbeit nothwendig ist, so daß, so viel als möglich, nur immer frischbereiteter oder doch noch warmer Mörtel angewendet wird, indem Hr. Deny, wenn die Arbeit unterbrochen werden mußte, ihn sogar durch Zusaz von frischem Kalk oder Wasser in passenden Quantitäten neuerdings ersezt. Ferner sagt Hr. Deny, daß vorzüglich die sehr magern Kalke, wenn sie schon vor mehr als 20 Tagen gebrannt wurden, sehr langsam zergehen und sich löschen, und daß man bei den fetten Kalken, da sie durch das Alter weniger kräftig werden, beim Löschen das Wasser und den Kalk nicht auf einmal zusammenbringen müsse, wenn man eine eben so gute Masse erhalten will, als wenn der Kalk nur erst vor einigen Tagen gebrannt worden wäre.

Unter obiger Voraussezung der Commission. daß Hr. Deny auch die von ihm nicht erwähnten, zur Erzielung eines guten hydraulischen Mörtels von Hrn. Vicat gestellten Bedingungen beobachtet, muß sein Mörtel zum Schuze gegen Feuchtigkeit und gegen den Schaden von Ueberschwemmungen aus jeder Sorte von Kalksteinen gut ausfallen; doch wird von ihm angerathen, wie auch von Hrn. Vicat, sich der Anwendung der Gränzkalke und der aller Kohlensäure beraubten Kalke zu enthalten, indem der Mörtel, in welchen diese hineinkommen, mehr oder weniger schnell an der Luft verdirbt und zu Grunde geht, ehe der Kalk sich wieder mit Kohlensäure verbinden und zu Stein werden kann.

Die Mörtelmuster, welche Hr. Deny mit vorlegte, hat er schon vor 29 Jahren zu Sèvres mit Kalk von Champigny nach seiner Weise bereitet. Dieser Mörtel besizt alle Eigenschaften eines guten, aus fettem, gut gelöschtem Kalk, Kieselsteinen, Mühlstein, und verschiedenem, grob gestoßenem Gestein, zu einem Drittheil auf zwei Drittheile Kalk bereiteten Mörtels. Mit verdünnter Salpetersäure brauste er stark auf und hinterließ nach Auflösung des Sandes Kies und Kieselsteine; nach Brard mit schwefelsaurem Natron geprüft, efflorescirte er nur wenig und stellenweise. Ein 3 Pfd. wiegendes Stük wurde auf 24 Stunden in, beim Einlegen, siedendes Wasser gelegt, und hatte dann durch Absorbtion um 1 Pfd. zugenommen. Sogleich und noch ganz naß einer Kälte von 12° R. ausgesezt, erlitt es keine Veränderung, keine Abblätterung, obwohl man es auf einem stark geheizten Ofen rasch wieder aufthauen ließ. Die Commission hätte nur noch die Beilage beglaubigender Papiere über Zeit und Art der Bereitung dieses Mörtels gewünscht. (Comptes rendus. Jan. 1841, No. 3.)

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