Titel: Verfahren Abgüsse von Medaillen aus Wachs zu machen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1841, Band 79, Nr. C./Miszelle 5 (S. 465)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj079/mi079100_5

Verfahren Abgüsse von Medaillen aus Wachs zu machen.

Um Abgüsse von Medaillen etc. zu machen, kann man weißes Wachs benuzen, welches sich leicht über einer Lampe schmelzen läßt. Der zu copirende Gegenstand wird sehr schwach geöhlt und mit einem Stük Papier umhüllt, welches man mit Bindfaden um seinen Rand herum befestigt. Das flüssige Wachs wird dann in die so gebildete Schale gegossen, wobei man darauf achtet, daß der Medaille keine Luftblasen anhängen. Man wartet hierauf, bis das Wachs nicht nur fest, sondern auch ganz kalt geworden ist, wozu wenigstens 2 – 3 Stunden erforderlich sind, weil es ein schlechter Wärmeleiter ist. Hierauf beseitigt man das Papier und trennt den Wachsabguß vorsichtig von der Medaille. Auch ein Gemisch von gleichen Theilen Bienenwachs und Kolophonium läßt sich eben so anwenden, um Abgüsse zu machen. Die Italiener benuzen diese Composition häufig; es ist aber darauf zu achten, daß man sie nicht zu heiß anwendet. Nachdem dieselbe geschmolzen ist, wartet man bis die Blasen daraus verschwunden sind und sie beinahe so dik wie Syrup geworden ist, worauf man sie gerade so wie das weiße Wachs über die Medaille gießt. (Aus den Elements of Electro Metallurgy, or the Art of working in Metals by the Galvanic Fluid, by Alfred Smee, Surgeon to the Bank of England etc. Octavo, pp. 163, published by E. Palmer, 103, Newgate Street, London. Preis 10 Shill. Das erste Capitel dieses Werkes, welches ins Deutsche übersezt zu werden verdient, ist der Theorie der galvanischen Batterien gewidmet, worauf die Erklärung der Geseze hinsichtlich der Reduction der Metalle folgt, worüber der Verfasser zahlreiche Versuche angestellt hat; das dritte Capitel enthält Anleitungen zum Vergolden der Metallplatten; das vierte Capitel handelt von verschiedenen Anwendungen, die man von der galvanischen Reduction der Metalle machen kann, das fünfte und sechste sind speciell der Darstellung galvanischer Copien von gravirten Kupfer- oder Stahlplatten, Holzschnitten etc. zum Druken gewidmet, wofür der Verfasser detaillirte praktische Anleitungen gibt; solche galvanische Copien werden gegenwärtig in England besonders zum Bücherdruk häufig benuzt, nachdem man sich von ihrer langen Dauer überzeugt hat. Wenn man sich an die Anleitungen des Verfassers hält, kann man die Metalle beliebig entweder in hartem und sprödem oder in dehnbarem und hämmerbarem Zustande aus ihren Auflösungen reduciren. Der Verleger des Buchs hat übrigens nicht weniger als den dritten Theil desselben mit Ankündigungen ausgefüllt! D. Red.)

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