Titel: [Arago und Séguier, Bericht über den Wasserstandszeiger des Hrn. Daillot.]
Autor: Arago,
Séguier,
Fundstelle: 1841, Band 80, Nr. XL. (S. 161–162)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj080/ar080040

XL. Bericht der HHrn. Arago u. Séguier über den Wasserstandszeiger des Hrn. Daillot.

Aus den Comptes rendus 1841, 1er Sem., No. 9.

Hr. Daillot, Inspector der Dampfschiffe, hat der Akademie seinen Apparat zum Anzeigen des Wasserstandes in Dampfkesseln zur Prüfung übergeben.

Die Administration ist bemüht, alle Passagiere eines Dampfschiffes an der strengen Beaufsichtigung der Dampfmaschine Theil nehmen zu lassen; aus diesem Grunde schreiben die Verordnungen vor, auf das Verdek der Schiffe die Manometer, welche den Dampfdruk anzeigen, so wie die Sicherheitsventile, welche denselben nicht überschreiten lassen, in der Art aufzusezen, daß sie den Bliken aller zugänglich sind.

Hr. Daillot glaubte, daß es von Nuzen wäre, auch den Stand des Wasserspiegels im Kessel der allgemeinen Controle auf dem Verdek des Schiffes zu unterwerfen, während die Wasserstandszeiger gewöhnlich nur den Heizern oder den Mechanikern im Maschinenraume sichtbar sind. Es gelang ihm, hiezu einen einfachen aber sichern Mechanismus auszumitteln, dessen Zwekmäßigkeit er durch hinlänglich lange Anwendung auf mehreren Dampfschiffen der oberen Seine erprobte.

Der Apparat des Hrn. Daillot besteht in einer hohlen Säule von Metall, die in dem Dampfkessel eingesezt ist; das untere Ende dieser Säule taucht in die Flüssigkeit, wenn solche in hinreichender Menge im Kessel enthalten ist; in dem entgegengesetzen Falle ist ihre untere Oeffnung von Dampf umgeben. Diese Säule endigt sich nach Oden in einen Glascylinder; eine hohle Kugel, welche leichter als ein gleiches Wasservolumen ist, schwimmt in der Flüssigkeit, womit die Säule angefüllt ist. So lange das untere Ende der Säule in Wasser taucht, zeigt diese Kugel durch ihre Stellung an, daß Wasser genug in dem Kessel enthalten ist; in dem Augenblik aber, wo der Wasserspiegel sinkt, wird das Wasser in der Säule und in dem aufgesezten Glascylinder durch Dampf ersezt; die Kugel ist alsdann an dem oberen Ende nicht mehr unterstüzt, sie fällt und bleibt unten im Cylinder liegen. Dadurch zeigt sie die stattgefundene Aenderung in dem Wasserstande an.

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Eine Tafel, an welcher zwei Pfeile einander gegenüber angebracht sind, wovon der eine mit dem Worte Sicherheit beschrieben ist, während an dem Ende des anderen mit großen Buchstaben das Wort Gefahr aufgezeichnet ist, könnte hinter dem Glascylinder, in welchem sich die anzeigende Kugel befindet, angebracht werden.

Die Stellung der für alle Passagiere sichtbaren Kugel würde, im Falle ihres Niedersinkens, die Aufmerksamkeit der Besorgteren sicher erregen; die Gefahr würde allen Personen zugleich angezeigt, und könnte also bald durch den Maschinenwärter beseitigt werden. Die gewisse Entdekung der Nachlässigkeit der Wärter in der Erhaltung des Niveau's würde übrigens von Seite derselben auch eine größere Sorgfalt zur Folge haben, und man könnte ihre Liebe zur Pflichterfüllung noch durch das Geldinteresse steigern, indem man für jede Senkung der Kugel eine Geldstrafe festsezt.

Einer von uns hat den Apparat des Hrn. Daillot in Thätigkeit gesehen, und sich von seiner Zwekmäßigkeit überzeugt.

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