Titel: Spencer's Flieger zum mechanischen Zwirnen der Baumwolle etc.
Autor: Spencer, Thomas
Fundstelle: 1841, Band 80, Nr. LXV. (S. 250–252)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj080/ar080065

LXV. Verbesserter Flieger zum mechanischen Zwirnen der Baumwolle, Wolle, Seide, des Flachses und anderer Faserstoffe, worauf sich Thomas Spencer, Maschinenfabrikant in Manchester, am 26. Jun. 1840 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem Repertory of Patent-Inventions. März 1841, S. 134.

Mit Abbildungen auf Tab. VI.

Meine Erfindung besteht in einer neuen Construction des beim mechanischen Zwirnen in Anwendung kommenden Fliegers, wodurch ich in den Stand gesezt bin, denselben mit größerer Geschwindigkeit arbeiten zu lassen, ohne die Vibration der Spindeln eines solchen Mechanismus zu erhöhen. Die Art, wie derselbe eingerichtet und in Ausführung gebracht ist, wird aus den beigefügten Zeichnungen und aus nachstehender Beschreibung deutlich werden. In allen diesen Abbildungen sind die entsprechenden Theile durch gleiche Buchstaben bezeichnet.

|251|

Fig. 60 zeigt eine vordere Ansicht,

Fig. 61 eine Endansicht, und

Fig. 62 den Grundriß eines Theils einer Art Zwirnmaschine, worauf meine Verbesserung angewendet ist.

In diesen Figuren stellt A die Treibrolle der Maschine, B die Strekwalzen und C die umlaufende Spindel dar. Da das zwischenliegende Räderwerk und andere mechanische Anordnungen keinen Theil meiner Erfindung bilden, so erfordern sie auch keine weitere Erläuterung; sie wurden in der Zeichnung in der Absicht eingeführt, um das Verfahren und die Lage zu zeigen, worin meine Verbesserungen an einer Vorspinnmaschine angebracht werden. Die Spindeln liegen, wie die Abbildungen zeigen, beinahe horizontal. Da die ganze Reihe der in der Maschine enthaltenen Spindeln eine fortlaufende Wiederholung bildet, so ist nur ein Theil der Maschine sichtbar.

Fig. 63 und 64 zeigen die Durchschnitte des Fliegers nach einem größeren Maaßstabe. D ist ein Cylinder von Zinn, Messing oder einem anderen Metall, welcher unten offen, oben aber an eine kreisförmige Platte d, d festgeschweißt oder auf sonstige Weise befestigt ist. Diese Platte ist mit der Spindel fest verbunden, und nimmt an ihren Umdrehungen wie ein gewöhnlicher Flieger Theil, während die veränderliche Rotation der Spule, um das Gespinnst unter gleicher Spannung aufzuwikeln, die ganze Dauer der Procedur hindurch vom Anfang an bis zur vollen Spule, durch irgend eine jener wohlbekannten, bei Maschinen dieser Art angewendeten Anordnungen erreicht wird. Das von den Strekwalzen B gelieferte Gespinnst tritt in das hohle Ende der Spindel c, und kommt unter dem kleinen konischen Rädchen f zum Vorschein; darauf läuft es in eine Röhre oder eine in der Seite des zinnernen Cylinders angebrachte Oeffnung, wie in den hohlen Schenkel eines gewöhnlichen Fliegers hinab, und geht am Boden des Cylinders auf die Spule über, auf welcher es sich gleichförmig vertheilt.

Fig. 65 zeigt den kleinen Drahthaken, mit welchem der Arbeiter den Faden beim Beginn der Operation, oder wenn der Faden reißen sollte, durch den hohlen Theil der Spindel herauszieht. Die Anwendung meiner Verbesserung auf andere Zwirnmaschinen ändert sich nach der Beschaffenheit der Maschine, woran sie angebracht werden soll, und es ist einleuchtend, daß die Spindeln einer solchen Maschine mit gleichem Vortheile entweder so wie in der beigefügten Abbildung, oder in senkrechter Stellung, in einer oder mehreren Reihen, ganz wie es die Beschaffenheit des Mechanismus erfordert, angebracht werden können. Der aus meiner Verbesserung in Folge der eigenthümlichen Construction des Fliegers hergeleitete Vortheil |252| besteht darin, daß die Maschine mit größerer Geschwindigkeit und unter geringerer Vibration der Spindeln arbeiten kann.

Nachdem ich im Vorhergehenden das Princip meiner Erfindung und die Methode dieselbe praktisch auszuführen beschrieben habe, bemerke ich, daß ich auf keinen der bekannten Theile der Maschine Anspruch mache; meine Ansprüche beziehen sich lediglich auf die Construction und Anwendung des oben beschriebenen cylindrischen, die Stelle eines Fliegers bei der Zwirnmaschine vertretenden Apparates.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Tafeln


Orte
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: