Titel: Composition zur Verhütung des Rostens der Metalle.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1841, Band 80, Nr. XV./Miszelle 5 (S. 77)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj080/mi080015_5

Composition zur Verhütung des Rostens der Metalle.

Auf diese Composition erhielt der Wundarzt Arthur Wall von Bermodsey am 15 Okt. 1840 ein Patent. – Sie wird auf folgende Weise bereitet. 20 Pfd. concentrirte Salzsäure mit 30 Pfd. Wassers verdünnt, bringt man in ein flaches, gußeisernes Gefäß; 112 Pfd. Stahl- oder Eisenfeile werden rothgeglüht und dann in die verdünnte Säure gebracht, damit sie sich auflösen. Um die Auflösung zu unterstüzen, wird das Gefäß auf einen Ofen oder ein Sandbad gesezt, und der Inhalt desselben während 24 Stunden, oder bis ein Aufwallen eintritt, öfters umgerührt; dann wird die Flüssigkeit abgegossen, und dieses Verfahren mit so viel Feile, als unaufgelöst bleibt, wiederholt. Das so erhaltene Salz legt man so lange auf eine rothglühende Eisenplatte, bis alle Feuchtigkeit hinweggetrieben ist und der Rükstand eine rothe Farbe erhält. Nach dem Erkalten werden demselben 16 Pfd. Queksilber, indem man es durch ein feines Sieb laufen läßt, zugesezt, und dann in einem Mörser innig damit gemengt. Eine zur Bedekung der Oberfläche hinlängliche Menge Wassers wird dann zugeschüttet und 8 bis 9 Pfd. concentrirte Salpetersäure zugesezt. Dieses Gemenge wird in ein Sandbad gesezt und so lange darin gelassen, bis alle Feuchtigkeit entfernt ist. Wenn die Masse völlig troken ist, wird sie in einem Mörser so lange gestoßen, bis sie durchgängig gleichförmig schwarz erscheint. Man trennt hierauf alle feinern Theilchen derselben durch Waschen mit Wasser und läßt sie ruhig sezen. Dieser Bodensaz kömmt in einen Schmelztiegel oder in eine irdene Retorte mit einer Vorlage, welche alles etwa übergehende Chlorid oder Queksilber auffängt. Wenn er rothglühend ist, so bringe man ihn in siedendes Wasser, rühre wohl um und lasse dann die Flüssigkeit ruhen, damit der Bodensaz fallen könne. Das Wasser wird dann abgelassen und das Chlorid, welches in die Vorlage übergegangen ist, zugesezt. Hierauf sezt man dem Präparat ein Viertheil seines Gewichtes gemeines Reißblei oder Mennig zu, je nachdem es eine Farbe erhalten soll. Diese Zusammensezung wird mit gekochtem Leinöhl, mit welchem ein Fünftheil Terpenthinöhl gemischt, und so dünn wie möglich mit einem Pinsel auf die zu schüzenden Metallflächen aufgetragen. Das derart überzogene Metall muß dann in der Wärme getroknet werden, anfangs bei niederer Temperatur, die man aber bis auf 119° R. steigen läßt, so daß das Metall das Präparat einsaugt. (Civil Engineer and Architects' Journal. Dec. 1840, S. 429.)

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