Titel: Ueber Benuzung des Naphthalins.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1841, Band 80, Nr. XV./Miszelle 8 (S. 78)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj080/mi080015_8

Ueber Benuzung des Naphthalins.

Hr. Rossignon übergab der französischen Akademie hierüber eine Abhandlung folgenden wesentlichen Inhalts. Das Naphthalin (welches im Ruß, im Theer von der Erzeugung des Kohlengases etc. enthalten ist) kam bisher wegen seiner schwierigen Darstellung hoch zu stehen (ungefähr auf 5 Franken die Drachme); dem Verf. ist es nun gelungen, dasselbe auf eine sehr einfache Weise sehr rein und billiger als zu 3 Franken das Pfund darzustellen. Dieser geringe Preis veranlaßte ihn, jenes bisher nur als schädlich gekannte Product (das Leuchtgas bekommt nämlich größtentheils durch dasselbe seinen brenzlichen Geruch) nuzbar zu machen, und zwar gerade durch seinen penetranten Geruch. Es zeigte sich erstens, wie der Kampher, sehr wirksam für die Abhaltung der Insecten von vegetabilischen und animalischen Stoffen. Auch in der Landwirthschaft ist es nüzlich; das zum Düngen bestimmte trokne Blut und Fleisch nämlich werden oft von den Ratten und Insecten angefressen, aber davor geschüzt, wenn man ihnen eine sehr kleine Quantität Naphthalin in Pulver zusezt und sie zersezen sich dann langsam zur Beförderung des Wachsthums. Ferner vernichtet das Naphthalin auch die Würmer, welche die Sezlinge der Erdbeeren, des Weinstoks u.s.w. gerne angreifen.

Merkwürdig ist, daß das Naphthalin, wenn es mit Kampher zu gleichen Theilen gemischt, in einer Reibschale gerieben wird, eine dem Cerate sehr ähnliche und bei der Wärme der Hand schmelzende Mischung gibt, während die beiden Substanzen für sich von geringer Schmelzbarkeit sind. (Comptes rendus. Jan. 1841, No. 3.)

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