Titel: Bemerkungen zur Galvanoplastik.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1841, Band 80, Nr. XXXIX./Miszelle 3 (S. 154–155)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj080/mi080039_3

Bemerkungen zur Galvanoplastik.

Maximilian, Herzog von Leuchtenberg, erwähnt in einer Abhandlung über Galvanoplastik zuerst einige Versuche, welche er mit der von Kobell'schen Methode (polyt. Journ. Bd. LXXVII. S. 68) anstellte, und fährt dann fort:

„Gleichzeitig beschäftigte mich das Experiment, von einer gravirten Kupferplatte identische Copien, nicht mittelst intermediärer Stearinabdrüke zu gewinnen, sondern dadurch, daß ich in oben beschriebenem Apparat auf die Originalplatte Kupfer präcipitirte. das Präcipitat nach mehreren Tagen abnahm und auf dieses Präcipitat von Neuem präcipitirte, wodurch die gewünschte Copie gelang. Die Trennung der Originalplatte vom Präcipitat war nicht schwierig, nachdem ich jedesmal vor dem Versuche auf der Originalplatte Stearin zerlassen und wieder mit einem Lappen abgewischt hatte. Ebenso bot die Trennung der zwei Präcipitate selbst, ohne alle Stearinvermittelung, keine Schwierigkeit dar. Der praktische Nuzen dieser Procedur ist evident. Bei der Identität des Präcipitats |155| mit der Originalplatte gibt sich ersteres ebenso zu Abdrüken her wie leztere; es können somit die Abdrüke nach Belieben vervielfältigt werden, ohne fürchten zu müssen, daß die Originalplatte darunter leide. Somit fällt auch die häufigste Bedingung des Stahlstiches weg.

Obgleich die Treue dieser Copien völlig bis zur Identität geht, so nehme ich mir doch vor, demnächst zu diesem Zwek folgenden Weg zu verfolgen, der vielleicht auch anderweitig benuzt werden könnte. Statt die gravirte Originalplatte, wie zum Druke, mit Drukerschwärze zu bestreichen, werde ich sie mit einer Composition aus Damaraharz, Eisenroth und Terpenthinöhl beschmieren, damit den Abdruk auf feinstes Papier machen und den noch nassen Abdruk auf eine Silber- oder Kupferplatte so legen, daß die Farbe am Metall anklebt, worauf das Papier später, nachdem die Farbe gut getroknet, mit Wasser abgewaschen, das zurükbleibende Gemälde aber nach v. Kobell behandelt wird.

Endlich beschäftigte mich das Experiment, Kupfer in hohle Formen und nicht auf Flächen zu präcipitiren, und ich erzähle zu diesem Zwek meinen lezten Versuch. Ein massiver Conus aus Stearin ward mit Graphit gut überstrichen, über ihn in proportioneller Größe ein kupferner hohler Cylinder gestellt, ohne den Conus irgendwo zu berühren, der Conus mit dem Zinkpole, der kupferne Cylinder mit dem Kupferpole des Jacobi'schen Apparates verbunden und so in etwa 12 Stunden ein dünnes, von Außen etwas rauhes und strahliges Präcipitat gewonnen. Das Stearin ward nun aus dem Conus herausgeschmolzen, um einen zweiten Conus mit glatter Außenfläche in diesen einen ersten hinein zu präcipitiren, was auch vollständig gelang. Der kupferne Conus nämlich ward in einer concentrirten Kupfervitriolauflösung an Bleibändchen so aufgehangen, daß die Spize nach Unten sah und auf dem Glasgefäße aufstand. In den kupfernen Conus hinein wurde nun ein aus Zink gedrehter und mit Blase oder Pergament umwundener kleinerer Conus so schwebend aufgehangen, daß nur vom Zink auslaufende Bleibändchen auf den Bleidändchen des Kupferconus ruhten. In die Blase ward verdünnte Schwefelsäure gebracht, während die Blase von Außen mit Vitriolauflösung umspült ward. Nach einigen Tage stekte im ersteren ein zweiter Kupferconus, der unversehrt herausgenommen werden konnte, nach Aufschlizung des äußeren. Auf diesem Wege werde ich, bei gehöriger Muße, trachten, kupferne Büsten und Statuen nicht als durch Ueberzug, wie bisher gewonnen, sondern als Resultate in hohlen Formen gelungener Präcipitation zu erhalten.

Es scheint selbst nicht nöthig zu seyn, zuerst in solchen Fällen immer ein äußeres Kupferpräcipitat zu erzweken, um dann in selbiges hineinarbeiten zu können, sondern es dürfte hinreichend seyn, die Wachs- oder Kupferform mit dem Modelle nach Innen zu besezen, solches innen mit einer Lage von Graphit zu bestreichen, und nun geöhltes Zink, mit Blase oder Pergament umgeben, wie oben, hineinzuhängen u.s.w.“ (Aus dem Bulletin scientif. de Pétersb. Bd. VIII. im polytechn. Centralblatt.)

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