Titel: Pelletan's neue Methode die Flüssigkeiten mit großer Ersparniß an Brennmaterial abzudampfen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1841, Band 80, Nr. XXXIX./Miszelle 7 (S. 156)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj080/mi080039_7

Pelletan's neue Methode die Flüssigkeiten mit großer Ersparniß an Brennmaterial abzudampfen.

Hr. Pelletan, Professor an der medicinischen Schule in Paris, hat eine neue Methode die Flüssigkeiten abzudampfen erfunden, und sein Apparat, welchen man bei den HHrn. Derosne und Cail in Gang sehen kann, gewährt gegen die bisherigen Verfahrungsarten eine so bedeutende Ersparniß, daß sie auf den ersten Blik unglaublich scheint. Dieser Gelehrte kam auf die merkwürdige Thatsache, daß man, um das Sieden und folglich Verdampfen einer in einem Kessel enthaltenen Flüssigkeit unaufhörlich zu unterhalten, bloß nach irgend einer Methode den Dampf, welchen diese Flüssigkeit erzeugt, anzusaugen und in den Heizapparat desselben Kessels zu leiten braucht, nachdem man ihn so comprimirt hat, daß seine Temperatur um bloß 4 Grade erhöht wurde. Diese Temperaturerhöhung erzielt man durch einen Druk von 1/6 Atmosphäre, und da dieser Kraftaufwand sehr klein ist, so entspringt daraus eine Ersparniß von 4/5 des gegenwärtig zu denselben Operationen angewandten Brennmaterials. Diese Kraft kann man durch Dampfmaschinen erzeugen, und in diesem Falle verdampft 1 Kilogr. für den Motor aufgewendeter Steinkohle 43 Kilogr. Wasser. Natürlich wird jede andere Kraft, die der Menschen, der Thiere, eines Wasserfalls etc. dieselben Wirkungen hervorbringen, so daß z.B. eine Pferdekraft die Verdampfung von 150 Kilogr. Wasser stündlich bewirken wird. Die Anwendungen dieses neuen Systems sind unzählig: die Kraft zweier Männer kann auf dem Meere Trinkwasser für den Bedarf der Schiffsmannschaft liefern; die Runkelrübenzuker-Fabriken werden 3/4 des Brennmaterials ersparen, welches sie gegenwärtig verbrauchen; die Salzsollen wird man vortheilhafter verdampfen können etc. Benuzt man zum Ansaugen und Comprimiren der Dämpfe anstatt einer Pumpe den Dampfstrahl (nach der im polyt. Journal Bd. LXXV. S. 455 angegebenen Methode), so beträgt die Ersparniß noch 2/3. Wir werden auf die Construction dieses wichtigen Apparates zurükkommen, nachdem wir uns selbst von seinen wunderbaren praktischen Resultaten überzeugt haben. (Echo du monde savant 1841, No. 623.)

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