Titel: Chromoxydgrün zum Kattundruk.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1841, Band 80, Nr. XXXIX./Miszelle 9 (S. 157)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj080/mi080039_9

Chromoxydgrün zum Kattundruk.

Diese beliebte grüne Farbe erzeugt man auf Kattun am einfachsten auf folgende Weise: zuerst bereitet man sich eine Chromoxydsalzauflösung; a) zu einer noch warmen Lösung von 1 Pfd. 10 Loth rothen chromsauren Kali in 6 Pfd. Wasser gebe man 2 Pfd. 26 Loth Salzsäure von 26° Baumé, und dann nach und nach 1/2 Pfd. gestoßene Weinsteinsäure. Beim Zusaz der lezten Portion wird die Lösung schön grün und bekommt einen süßlichen Geschmak. Andere Verhältnisse nach Erforderniß der Stärke des Tons sind: auf 6 Pfd. Wasser

Nr. 1. Nr. 2. Nr. 3. Nr. 4. Nr. 5. Nr. 6.
Chromsaures Kali 3 1/2 Pfd. 5 3/4 Pfd. 2 Pfd. 1 Pfd. 28 Loth. 24 Loth.
Salzsäure von 26° B. 6 1/4 – 3 1/4 – 3 2/4 – 2 – 1 7/8 – 1 1/2 Pfd.
Weinsteinsäure 5 – 3 1/4 – 30 Loth. 1/2 – 11 – 12 Loth.

b) Zu einer gleichfalls warmen Lösung von 1 Pfd. 10 Loth chromsauren Kali in 6 Pfd. Wasser gebe man 1 Pfd. Syrup und nach und nach 4 Pfd. Salpetersäure von 34° Baumé, so wird die Flüssigkeit bald grün erscheinen. c) Die lieblichsten Farbentöne erhält man jedoch, wenn man aus einer (ohne Weinsteinsäure bereiteten) Chromoxydsalzauflösung das Oxyd mittelst eines Alkali herausfällt, auf einem Filtrum sammelt und aussüßt und Salz- und Salpetersäure damit sättigt. Die nach diesen drei Methoden bereiteten Flüssigkeiten, welche immer etwas sauer reagiren müssen, werden nach Erforderniß mit Gummi, Stärke, Traganth oder Mehl verdikt. Nach dem Druk handelt es sich nun darum, das Chromoxyd auf dem Stoffe zu fixiren, dieß geschieht 1) durch mehrtägiges Hängen der gedrukten Waaren in einem Trokenzimmer, und hierauf folgendes Waschen im Flusse und im Waschrade; 2) oder indem man die Stüke mit einem warmen Kreidebade behandelt, oder wenn die Nüance dunkel ausfallen soll, 3) durch Behandeln in einem Ammoniakbade. Dieses bereite man aus 15 Maaß heißem Wasser, 8 Pfd. gelöschtem Kalk und 4 Pfd. salzsaurem oder schwefelsaurem Ammoniak und kloze damit die Waare zu wiederholtenmalen mittelst einer gewöhnlichen Grundirmaschine, und zwar wegen des lästigen Ammoniakgeruchs im Freien, reinige die Waare und gebe zulezt ein Seifenbad. – Die so erhaltene grüne Farbe ist ganz solid; Licht, Luft, Alkalien, Säuren üben darauf nicht die geringste Reaction. (Gewerbeblatt für Sachsen.)

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