Titel: Ueber Stanhope's Loupe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1841, Band 80, Nr. LIX./Miszelle 5 (S. 237–238)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj080/mi080059_5

Ueber Stanhope's Loupe.

Die Loupe von Stanhope, welche von Hrn. Lerebours in Frankreich eingeführt und verfertiget wurde, ist zur Beobachtung kleiner Gegenstände sehr schäzbar. Zum Vergrößern kleiner Körper und um deren einzelne Theile scharf zu sehen, bedient man sich bekanntlich einer Loupe, welche man nahe an das Auge bringt, indem man zu gleicher Zeit das Object bis zur bestimmten Brennweite nähert. Das Object kann aber nur scharf gesehen werden, wenn diese Entfernung genau eingehalten wird, besonders bei sehr starken Vergrößerungen; die Schwankungen der Hand, welche das Object hält, trüben jedoch ohne Aufhören das Bild. Um dieß zu vermeiden, hat Hr. Stanhope seine Loupe erfunden.

Sie ist aus einem Glascylinder gebildet, dessen beide Grundflächen Kugelsegmente von ungleichen Krümmungen sind; sie ist so zu sagen die gewöhnliche Loupe, deren zwei convexe Flächen durch dazwischen geseztes Glas getrennt sind. Allein die eine Krümmung ist so beschaffen, daß sie sich im Brennpunkt der andern Krümmung befindet, und daß das Objekt unmittelbar auf dieser leztern angebracht werden muß, um es rein zu sehen, während man das Auge an die erstere bringt. Man klebt das Objekt auf die weniger gekrümmte Fläche des Cylinders und beobachtet es durch die andere Grundfläche; der Gegenstand wird sich so an dem richtigen Punkt befinden, wo er rein erscheint, und die Schwankungen der Hand werden weder eine Dunkelheit, noch eine Entstellung mehr verursachen.

Man kann sich dieser Loupe nicht nur bei mehr oder weniger durchsichtigen Gegenständen bedienen, sondern auch die undurchsichtigen Körper beschauen, wenn man sie wie |238| eine gewöhnliche Loupe anwendet, d.h. indem man das Auge auf die minder convexe Grundfläche bringt, deren weiter entfernter Brennpunkt über der andern Grundfläche gelegen ist. (Francoeur, im Bulletin de la Société d'Encouragement. Febr. 1841, S. 40.)

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