Titel: Fontainemoreau's Verfahren Kupfer, Messing etc. zu vergolden und zu versilbern.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1841, Band 80, Nr. LIX./Miszelle 6 (S. 238–239)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj080/mi080059_6

Fontainemoreau's Verfahren Kupfer, Messing etc. zu vergolden und zu versilbern.

Der bekannte Graf von Fontainemoreau ließ sich am 15. Febr. 1841 in England folgende Verfahrungsarten patentiren, um Kupfer, Silber und deren Legirungen zu vergolden und zu verplatiniren.

Vergolden. Die Gegenstände werden zuerst gereinigt, indem man sie zum Rothglühen erhizt und nach mäßigem Abkühlen in Wasser bringt, welches mit Schwefelsäure schwach angesäuert ist. Um die Gegenstände auch noch abzubeizen, legt man sie in ein Bad aus 1 Gewichtstheil Schwefelsäure, 1 Th. Wasser und 2 Th. Salpetersäure. Sobald sie anfangen schwarz zu werden, nimmt man sie aus diesem Bad und bringt sie in Salpetersäure von 30 bis 36° Baumé; darin werden sie schön glänzendgelb und müssen dann in reinem Wasser gewaschen und gescheuert werden. Silberne Gegenstände werden auf die Art gereinigt, daß man sie erhizt und in angesäuertes Wasser wirft, worin man sie 3–4 Stunden oder so lange läßt, bis sie weiß werden, worauf man sie herausnimmt und mit Wasser und feinem Sand scheuert.

Die Goldauflösung bereitet man mit reinem Gold, welches man in Königswasser auflöst und zur Syrupsconsistenz abdampft.

Die Vergoldung wird in einem der fünf folgenden Bäder bewerkstelligt, unter welchen jedoch das erste den Vorzug verdient.

1) 500 Gewichtstheile Wasser werden in einem emaillirten eisernen Topf lauwarm gemacht, worauf man 70 Th. Barythydrat oder Strontianhydrat zugibt. Nachdem sich dieses aufgelöst hat, sezt man die Auflösung von 3 Th. Gold zu und kocht das Ganze mit einander; sobald die Mischung purpurfarbig wird, taucht man die aus Kupfer oder dessen Legirungen bestehenden Gegenstände hinein. Nach dem Herausnehmen taucht man sie zuerst in angesäuertes Wasser, sodann in reines Wasser, bürstet sie und troknet sie in Sägespänen.

Sollen silberne Gegenstände vergoldet werden, so muß man sie mit Kupferdraht umwikeln, damit sie das Gold annehmen.

2) Man nimmt statt des Barythydrats 45 Th. Lithion.

3) Auf 3 Th. aufgelösten Goldes nimmt man 1000 Th. Wasser, 125 Th. gebrannten Kalk oder 75 Th. Bittererde und außerdem 25 Th. salzsauren Kalk, kocht Alles miteinander etc.

4) 8 Th. aufgelösten Goldes werden mit 50 bis 80 Th. Zinkoxyd, 100 Th. Wasser und 350 Th. salzsaurem Zink gekocht etc.

5) 5 Th. durch Zinkoxyd niedergeschlagenes Gold, 500 Th. Wasser, 250 Th. salzsaurer Baryt (oder salzsaurer Strontian, Kalk, Zink etc.) werden mit einander gekocht.24)

Versilbern. Zum Versilbern löst man 10 Gewichtstheile Silber in Salpetersäure auf, dampft zur Trokne ab und löst den Rükstand wieder in destillirtem Wasser auf. In einen emaillirten eisernen Topf bringt man 5000 Th. Wasser, 900 Th. salzsauren Baryt (oder salzsauren Strontian, Kalk, Bittererde, Zink), sezt 1000 bis 1400 Th. Weinstein zu und kocht die Mischung; alsdann gibt man die Silberauflösung nebst 25 Th. Boraxsäure zu. Die zu versilbernden Gegenstände werden hineingetaucht, und wenn der Ueberzug stark genug ist, herausgenommen, in lauwarmem Wasser abgewaschen, gescheuert und getroknet.

Verplatiniren. 2 Theile Platin werden in Königswasser aufgelöst, fast zur Trokne abgedampft, dann mit 40 Th. destillirtem Wasser und 15 Th. salzsaurem Baryt (oder salzsaurem Kalk, Salmiak etc.) versezt und damit gekocht.

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Die Gegenstände werden hineingelegt, bis sie einen grauen Ueberzug angenommen haben, worauf man sie in Wasser gut abwascht, scheuert und troknet. (Mechanics' Magazine, No. 915.)

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Diese nasse Vergoldung unterscheidet sich von Elkington's Verfahren (polytechn. Journal Bd. LXV. S. 42 und Bd. LXVI. S. 126) im Wesentlichen bloß dadurch, daß das Goldoxyd in einer alkalischen Erde, anstatt in einem Alkali aufgelöst ist. A. d. R.

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