Titel: Troubat's Verfahren Essig aus Kartoffeln oder Reis zu fabriciren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1841, Band 80, Nr. LIX./Miszelle 8 (S. 239)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj080/mi080059_8

Troubat's Verfahren Essig aus Kartoffeln oder Reis zu fabriciren.

Felix Troubat, Kaufmann am Mark Lane in London, ließ sich am 1. Febr. 1841 ein Patent auf folgende Methoden Essig zu fabriciren, ertheilen.

350 Pfd. roher Kartoffeln werden gut zerrieben und mit 100 bis 125 Maaß (= 200 bis 250 Pfd.) Wasser und 2 Pfd. Schwefelsäure versezt; dieses Gemisch läßt man 6 Stunden lang kochen und dann in einen Kühlapparat durch einen Seiher auslaufen, so daß die Flüssigkeit vom Saz getrennt wird; man bringt sie dann in ein anderes Gefäß, welches in einer auf 21° Réaumur erwärmten Stube steht. Zwei Loth in Wasser aufgelöster Potasche und 20 Maaß Hefen werden nun der Flüssigkeit beigegeben; nach Verlauf von drei Tagen sezt man ihr wieder etwas Hefen zu, um die Gährung zu befördern. Ein Gefäß wird hierauf mit Buchenholzspänen (oder Traubentrestern), welche man mit starkem Essig sättigte, loker gefüllt. 15 Maaß der gegohrenen Flüssigkeit schüttet man Morgens und Abends hinein, bis das Gefäß voll ist. Man zieht dann immer 15 Maaß auf einmal am Boden des Gefäßes ab und gießt sie in ein anderes zur Hälfte mit fertigem Essig angefülltes Gefäß, aus welchem die Flüssigkeit in ein anderes loker mit Buchenholzspänen gefülltes Gefäß kommt, um sie abzukühlen und zu klären, worauf der Essig zum Gebrauch geeignet ist.

Ein anderes Verfahren besteht darin, 250 Maaß kochendes Wasser über 350 Pfd. Kartoffeln zu schütten, welche gut zerquetscht und gewaschen worden sind und das Gemenge stehen zu lassen, bis es die Consistenz eines diken Teiges annimmt, worauf man ihm 20 Maaß Malzmehl zusezt, um es in zukerigen Zustand überzuführen; es wird sodann dem Gährungsproceß wie oben unterzogen.

Nach einem anderen Verfahren sollen 50 bis 60 Pfd. gemahlener Reis anstatt der Kartoffeln angewandt und eben so behandelt werden. (Mechanics' Magazin No. 916.)

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