Titel: Ueber eine bei der Prüfung des Chlorkalks zu beachtende Erscheinung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1841, Band 80, Nr. LXXX./Miszelle 8 (S. 316–317)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj080/mi080080_8
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Ueber eine bei der Prüfung des Chlorkalks zu beachtende Erscheinung.

Hr. Gay-Lussac hat der französischen Akademie eine für die Chlorometrie interessante Thatsache mitgetheilt, worauf er in einer demnächst erscheinenden Abhandlung zurükzukommen verspricht. Hr. Caron, Besizer einer vorzüglichen Bleichanstalt zu Beauvais, hatte ihm geschrieben, daß eine Chlorkalkauflösung von bekanntem Gehalt (z.B. 100°), wenn man sie am anderen Tage, dann wieder einen Tag später u.s.f. probirt, an Gehalt immer mehr zunimmt, bis sie 200° und sogar 400° zeigt. Diesen Versuch wiederholte Hr. G. L. in seinem Laboratorium anfangs ohne Erfolg, weil ihm Hr. C den Umstand, welcher für sein Gelingen wesentlich ist, nicht mitgetheilt hatte. Dieser Umstand besteht darin, die Chlorkalkauflösung dem Sonnenlicht auszusezen; probirt man sie dann (nach dem im polytechn. Journal Bd. LX. S. 128 angegebenen Verfahren) mit arseniger Säure, so zeigt sie wirklich einen Gehalt, welcher rasch zuzunehmen scheint, sich verzehnfacht und sogar verhundertfacht; dieß ist aber eine Täuschung. Der Chlorkalk oder chlorigsaure Kalk ClO + CaO verwandelt sich am Licht in unterchlorsauren Kalk ClO⁴ + CaO, auf welchen die arsenige Säure nicht wehr augenbliklich wirkt. Dagegen wirkt das salpetersaure Queksilberoxydul aus diese beiden Salze gleichmäßig; abgesehen nämlich von einer unbedeutenden Veränderung des Gehalts, welche in einem anderen Umstände begründet ist, gibt es dasselbe Resultat für den chlorigsauren und unterchlorsauren Kalk.

Da diese merkwürdige Verwandlung des chlorigsauren Kalks in unterchlore sauren nur im directen Sonnenlicht stattfindet, keineswegs aber im zerstreuten Licht, so bleibt die arsenige Säure noch immer ein ganz verläßliches Reagens für die Chlorometrie. (Comptes rendus 1841, No. 15.)

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