Titel: Trokene Preßhefe aus der Branntweinmaische.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1841, Band 80, Nr. XCIX./Miszelle 11 (S. 400)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj080/mi080099_11

Trokene Preßhefe aus der Branntweinmaische.

Die Fabrikation der Preßhefe macht einen bedeutenden Nebenzweig des Branntweinbrennereibetriebes aus, da diese Art Hefe die Bierhefe fast in allen Fällen zu ersezen im Stande ist, und von den Bäkern angewendet wird. Man maischt hiezu Roggenschrot mit Gerstenmalzschrot ein und kühlt die Maische nicht mit Wasser, sondern mit dünner kalter Schlempe. Man maischt wie gewöhnlich ein und sezt nach dem Zukühlen auf 100 Pfd. Schrot 1/2 Pfd. krystallisirtes kohlensaures Natron in Wasser gelöst zu. Hierauf gießt man auf obige Menge 6 Loth concentrirte Schwefelsäure mit Wasser verdünnt in die Maische und stellt mit Hefe oder einem Gährungsmittel. Die gährende Masse steigt höher als sonst, was wohl zu bemerken ist, es entwikelt sich reichlich kohlensaures Gas, und sobald dieß der Fall ist, wird die Hefe mit einem Schaumlöffel bis auf den Flüssigkeitsspiegel abgenommen, welches noch einmal wiederholt wird. Die abgenommene Hefe wird nun entweder durch ein Haarsieb geschlagen oder in einen dünnen leinenen Beutel gefüllt und durchgepreßt, um die Hülsen und das Schrot von der Hefe zu trennen, die nun mit Wasser übergossen wird. Die über ihr stehende gelbliche Flüssigkeit wird dem Spülig zugefügt. Die dike Hefe wird noch mehrmals mit kaltem Wasser übergossen und gewaschen, dann langsam gepreßt, bis sie zu einem steifen, knetbaren Teig geworden, in welchem Zustande dieselbe zur Anwendung fertig ist. Sie besizt einen angenehmen obstartigen Geruch und erhält sich an einem kühlen Ort 2 bis 3 Wochen unverändert. 100 Pfd. Schrot geben im Durchschnitt 6 Pfd., auch wohl 8 Pfd. Preßhefe; von derselben gebraucht man beim Stellen 10 bis 12 Loth auf 100 Pfd. Schrot. (Polyt. Archiv 1840, S. 422.)

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