Titel: Ueber Pelletan's neues Verfahren Flüssigkeiten abzudampfen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1841, Band 80, Nr. XCIX./Miszelle 2 (S. 395)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj080/mi080099_2

Ueber Pelletan's neues Verfahren Flüssigkeiten abzudampfen.

Hr. Pelletan bemerkt zu der S. 381 in diesem Heft des polyt. Journals enthaltenen Abhandlung nachträglich Folgendes:

„Ich habe in dieser Abhandlung öfters den Ausdruk Pferdekraft gebraucht, wo ich von der Kraft einer Saug- und Drukpumpe sprach, welche sich des im Kessel erzeugten Dampfes bemächtigt, um ihn comprimirt in das Dampfgehäuse (la surface de chauffe) zu treiben. So habe ich gesagt, daß man mit einer Pferdekraft stündlich 150 Kilogr. Wasser verdampfen kann. Ich muß jedoch ausdrüklich bemerken, daß ich hiebei den Nuzeffect der Pumpe so annahm, wie er sich nach dem mittleren Widerstand berechnet, den sie beim Comprimiren des Dampfes in jedem Augenblik zu überwinden hat; die Reibung der Pumpe, die zum Heben der Klappen erforderliche Kraft und den Widerstand welchen der Dampf auf seinem Wege durch die mehr oder weniger weiten Canäle zu überwinden hat – lauter Umstände, welche durch eine gute Construction des Apparats auf den geringsten Einfluß reducirt werden müssen – ließ ich dabei gänzlich unberüksichtigt.

In derselben Abhandlung habe ich bemerkt, daß der Dampfstrahl zur Erreichung des Zweks ein noch einfacheres und leichteres Mittel darbietet als die Pumpe, daß er jedoch keine so große Ersparniß an Brennmaterial gestattet, wie das andere Verfahren. In dieser Hinsicht ist eine Berichtigung nöthig. In der That kostet die ganze, im geschlossenen Kessel mittelst des Dampfstrahls hervorgebrachte Verdampfung eigentlich gar nichts; denn das Ansaugen der im Kessel gebildeten Dämpfe wird einzig und allein durch die Ausdehnung des Dampfes hervorgebracht, nachdem derselbe vorher im Dampferzeuger bis zu einer Atmosphäre gespannt worden ist, und der so ausgedehnte Dampf enthält noch eben so viel Wärmestoff, wie vor seiner Ausdehnung: da man nun in allen Fabriken, wo Massen von Flüssigkeiten abzudampfen sind, Dampf von 104° C. immer nüzlich anwenden kann und selbst den Wärmestoff des aus dem Apparat kommenden flüssigen Wassers von 100°, so ergibt sich, daß die ganze, im Kessel erzeugte Verdampfung in der That ohne allen Aufwand an Brennmaterial bewirkt wird, ausgenommen das wenige, welches zum Compensiren der äußeren Abkühlung des Apparats erforderlich ist.

Man sieht also, daß das Verfahren mit der Pumpe in allen den Fällen vortheilhaft ist, wo man über eine Triebkraft zu verfügen hat, welche wohlfeiler als eine Dampfmaschine ist; unter allen anderen Umständen aber wird der Dampfstrahl bei gehöriger Benuzung noch vortheilhaftere Resultate geben.“ (Comptes rendus, 1841, Mai No. 18.)

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