Titel: Alaunfabrication in England.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1841, Band 80, Nr. CXVI./Miszelle 12 (S. 465–466)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj080/mi080116_12

Alaunfabrication in England.

Aller englische Alaun wird in Whetley (in England) und in Campsie bei Glasgow (in Schottland) fabricirt. – Das Fossil, aus welchem man lezteren gewinnt, ist der Alaunschiefer. Er schließt mehr oder weniger Schwefelkies mit kehligen und bituminösen Theilen gemengt, ein. Dieser Schiefer wird in ungeheuer |466| große Haufen auf eine Kohlenunterlage geworfen; man zündet diese an, und das Brennen dauert mehrere Monate fort. In dieser Hize verliert der Schwefelkies die Hälfte seines Schwefels, welcher sublimirt und zu schwefliger Säure verbrennt. Der Kies wird zu Einfach-Schwefeleisen, welches sich durch den Sauerstoff der Luft in schwefelsaures Eisen verwandelt. Lezteres tritt der vorhandenen Alaunerde einen großen Theil seiner Säure ab. Man muß wohl Acht haben, daß die Masse nicht zu stark ausgeglüht wird, wodurch sonst die schwefelsaure Alaunerde zersezt würde. Man erkennt, daß die Ausglühung gut vor sich gegangen ist, daran, daß das Salz auf der Oberfläche der Haufen efflorescirt. Leztere wirft man nun in Bassins oder weite steinerne Reservoirs, welche stufenweise oder amphitheatralisch geordnet sind, und in welche mittelst Pumpwerken Wasser eingeleitet wird. Dieses nimmt alles Lösliche in sich auf, fließt in das zweite Bassin ab, beladet sich mit noch mehr Alaunerdesalz, bis es auf diese Art vom lezten Reservoir aufgenommen wird, hier wird das Wasser gehörig concentrirt und mit ebenfalls concentrirter salzsaurer Kalilösung gemischt. Das Salz sezt sich als körniges Pulver ab, welches man herausnimmt und mit kleinen Portionen Wassers auswascht um es von dem stets anhängenden schwefelsauren Eisen zu befreien. Man hört mit diesem Auswaschen auf, wenn das Wasser eisenblausaures Kali nicht mehr bläut. Nachdem das Salz so gereinigt worden, wird es in sehr wenig Wasser aufgelöst und man läßt es langsam krystallisiren. Dieses Auswaschen mit kleinen Portionen Wassers ist unerläßlich, wenn man ein sehr reines Salz haben will; es wird durch dasselbe kaum ein Sechzigtheil Alaun mit aufgelöst, während alles Eisensalz dadurch entfernt wird. Diese Vorsichtsmaßregel sollten die Kattundruk-Fabrikanten immer beobachten, wenn sie eisenhaltigen Alaun kaufen; würden sie denselben in kleine Stüke zerstoßen und mit kleinen Mengen Wassers auswaschen, so liefen sie nie Gefahr, daß ihre Beizen schmuzigrothe Farben geben, deren Ursprung sie manchmal gar nicht kennen. (France industrielle 1841, No. 17)

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