Titel: Neues Druk-Verfahren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1841, Band 80, Nr. CXVI./Miszelle 4 (S. 460–461)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj080/mi080116_4

Neues Druk-Verfahren.

Orphine Process nennt Hr. Morison ein von ihm erfundenes Verfahren mittelst Cylindern zu druken, auf welches er sich ein Patent ertheilen ließ. Das Princip, worauf dieses Verfahren beruht, ist folgendes: wenn man zwei Cylinder durch Mittel, welche von der Berührung ihrer Oberflächen unabhängig sind, einander Bewegung mittheilen läßt, so werden sie einander oder jeder dazwischenkommenden Oberfläche genau so viel Schwärze abgeben, als einer (oder mehrere) von einem Cylinder empfangen hat, der auf dieselbe Weise wie der erste in Bewegung gesezt wird. Durch Anwendung dieses Princips ist Hr. Morison im Stande, eine Letternfläche mit einem constanten und gleichen Ueberzug von Schwärze zu versehen, ob nun die Lettern, oder jede sonst abzudrukende Fläche auf einen Cylinder gesezt und kreisförmig gedreht wirb, oder einer geraden Fläche eine schwingende Bewegung rük- und vorwärts mitgetheilt wird, weil der Zufluß von Schwärze mit der Bewegung der Oberfläche gleichen Schritt hält, wobei die Abdrüke so schnell gemacht werden können, als zwei Personen Papier einzulegen und herauszunehmen im Stande sind. Der Erfinder hat dieses Princip auch zum |461| Walzendruk in Farben angewandt, wobei eine Anzahl Cylinder oder Walzen rings um eine Trommel befestigt ist, jeder Cylinder von einem besondern, Farbe abgebenden Apparat mit Farbe versehen wird, und sie so geordnet werden, daß ihre verschiedenen Abdrüke auf dem von der Trommel gelieferten Papier zusammen eine Zeichnung bilden. Die Bewegung der ganzen Vorrichtung geht von derjenigen der Trommel aus, von welcher alle Cylinder die ihrige mittelst Zahnrädern erhalten. Ein kleines Werkchen, the Page of Knowledge, mit colorirten Zeichnungen, wurde von Hrn. Morison mittelst eines nur erst roh construirten Modells, also unter ungünstigen Umständen, ausgeführt, dessen ungeachtet beweist es, daß das Princip gut ist. Einer der Hauptvorzüge des hier kurz beschriebenen Verfahrens besteht darin, daß man den Grad des Drukes, den eine Walze auf die andere ausübt, völlig in der Gewalt hat, und daher von den unbedeutendsten Erhöhungen und von den biegsamsten Substanzen Abdrüke machen kann, ohne sie zu verderben. Die Zeichnungen in der oben erwähnten Flugschrift wurden theils von Kork-, theils von Leder- und zartem Holze, andere von erhabenen Zeichnungen, welche auf die Kehrseite einer dünnen Metallplatte eingekrazt wurden, abgedrukt. (Mechanics' Magazine, 1841, No. 922.)

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