Titel: Ueber den Farbstoff des Peganum Harmala; von Hrn. v. Mirbel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1841, Band 80, Nr. CXVI./Miszelle 6 (S. 461–462)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj080/mi080116_6

Ueber den Farbstoff des Peganum Harmala; von Hrn. v. Mirbel.

Verflossenes Jahr schikte der franz. Handelsminister an die Verwaltung des Museum d'Histoire naturelle 100 Kilogramme von dem Samen des Peganum Harmala mir der Aufforderung, denselben an diejenigen ihrer zahlreichen Correspondenten zu vertheilen, welche sich mit der Agricultur beschäftigen. Dieser Sendung war die Bemerkung beigefügt, daß Hr. Goebel, Professor der Chemie zu Dorpat, einen schönen rothen Farbstoff aus dem Peganum gezogen habe, und man vermuthete, ich weiß nicht aus welchem Grunde, daß dieser Farbstoff im Samen enthalten sey. Hr. Chevreul suchte ihn darin, fand ihn aber nicht. Ich schrieb an Hrn. Bung, Professor der Botanik zu Dorpat, um genaue Auskunft. Er antwortete, daß das Peganum unbestritten einen rothen Farbstoff enthalte, welcher in der Türkei zum Färben der Seiden- und Wollenstoffe mit Erfolg angewandt werde, daß er sich aber über das Extractionsverfahren keine Auskunft habe verschaffen können. Am 24. März kündigte mir Hr. Prof. Ernst Meyer an, daß mir von Hrn. Goebel eine Probe Harmalaroth zugesandt werde. Ich lege hiemit der Akademie Seiden- und Wollenmuster und ein Paket Raspelspäne der Pflanze vor. Offenbar kommen leztere nicht von dem Samen, und aller Wahrscheinlichkeit nach hat der Farbstoff in der Wurzel seinen Siz.50) Es ist nun im Interesse des Producenten sowohl als des Consumenten |462| zu ermitteln nothwendig, ob das Harmalaroth dem Krapproth, mit welchem es viele Aehnlichkeit besizt, vorzuziehen sey. (Comptes rendus, 1841, No. 19.)

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Hr. Prof. Göbel bemerkt in seiner Abhandlung über das Harmalaroth (polytechnisches Journal, Jahrgang 1838, Bd. LXIX. S. 374): „der Farbstoff läßt sich leicht aus den Samen der Harmelraute gewinnen, ist aber nicht ursprünglich als solcher darin enthalten, sondern bildet sich erst durch eine chemische Wirkung.“ A. d. R.

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