Titel: Das Verfahren von Gottlieb Lindemann in Leipzig, Copal zu Luxusartikeln zu verwenden,
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1841, Band 80, Nr. CXVI./Miszelle 7 (S. 462)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj080/mi080116_7

Das Verfahren von Gottlieb Lindemann in Leipzig, Copal zu Luxusartikeln zu verwenden,

auf welches demselben von dem sächsischen hohen Ministerium des Innern eine Prämie von 50 Thalern zuerkannt wurde, besteht in folgendem: der Copal, welcher entweder ostindischer, afrikanischer Kugelcopal oder westindischer, amerikanischer Steincopal seyn kann (die zweite Sorte ist härter und schmilzt schwerer als die erste), wird zunächst von allem Schmuze gereinigt und nach Farbe und Helligkeit sortirt; hierauf werden die gleichartigen Stüke zusammengeschmolzen, bis sie eine zähe, eben so wie der Töpferthon zu formende Masse geben, der dazu erforderliche Wärmegrad ist bei verschiedenen Copalsorten verschieden und läßt sich durch Uebung am besten bestimmen. Ist die Masse durch Ausziehen, Drüken und Bilden bei gleichmäßiger Wärme in die erforderliche Form gebracht, wobei auch mehrmaliges Erwärmen ohne Nachtheil erfolgen kann, so wird der geformte Gegenstand mit der Feile behandelt und erst naß mit Schafthalm, dann naß mit ausgeschlämmtem und sandfreiem Trippel abgeschliffen. Die geschliffenen Stüke werden vom Trippelstaube gereinigt, mit etwas Baumöhl oder Leinöhl überstrichen und mit Ziegen- oder Hirschleder abgerieben, wodurch sie glashelle und reine Politur erhalten. Der bei diesen Arbeiten entstehende Copalabfall läßt sich vortheilhaft theils zum Lak- und Firnißsieden, theils zur Politur anwenden und wieder verwerthen. Der so behandelte Copal eignet sich besonders zu einigen Luxusartikeln, welche bisher aus Bernstein oder Glas gefertigt wurden, z.B. zu Pfeifenspizen, Halsbändern, Behängen u.s.w., aber auch zu Loupen und Brenngläsern. (Polytechn. Centralblatt, 1841, Nr. 27.)

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