Titel: Versuch die Baumwolle in Algier anzubauen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1841, Band 81, Nr. XX./Miszelle 12 (S. 80)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj081/mi081020_12

Versuch die Baumwolle in Algier anzubauen.

Ein Algier'scher Ansiedler, Hr. Paul Louis Hannée, welcher mit dem Anbau der Baumwolle zahlreiche Versuche anstellte, hat folgende Beobachtungen darüber zusammengestellt. Der Anbau war bisher nur von geringem Erfolge, was er hauptsächlich zweien Ursachen zuschreibt: 1) der Beschaffenheit des Bodens, welcher seit Jahrhunderten von den Arabern schlecht cultivirt wurde, die von der Anwendung des Düngers nichts wissen; 2) der Frische der Frühlingsnächte, welche der Vegetation hinderlich ist. Die Folge hievon ist, daß die Pflanze, indem sie nicht Kraft genug hatte, ihre Wurzel vor der Seit der Trokene zu entwikeln, klein bleibt und nur unbedeutende, wenig Wolle gebende Kapseln trägt. Lezterem Uebelstande würde das Begießen während der Hize abhelfen. – Die von Hrn. Hannée in der Rechaya dirigirten Pflanzungen gediehen sehr wohl, ohne daß man sie im ersten Jahre hätte begießen müssen. – Die kurzstapelige Georgienbaumwolle hat sehr rendirt und das Product war von sehr guter Qualität; die Baumwolle von langem Stapel gab wenig Wolle, obwohl sie viel Kapseln trug, so auch die ägyptische Sorte; doch war die Faser sehr schön. Die strauchartige trug nichts, obschon sie beinahe zwei Meter hoch wurde. Das Versezen hatte keinen besseren Erfolg. Die gelbe Sorte von Malta gab auf einem recht lokeren Boden so viel wie die kurzfaserige. (Echo du monde savant, 1841, No. 638.)

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