Titel: Greenwood's und Keene's Verfahren dem Gyps zum Gießen von Ornamenten etc. eine größere Härte zu verleihen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1841, Band 81, Nr. XX./Miszelle 6 (S. 76)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj081/mi081020_6

Greenwood's und Keene's Verfahren dem Gyps zum Gießen von Ornamenten etc. eine größere Härte zu verleihen.

Die HHrn. Greenwood, Sovoye u. Comp. haben in Alfort bei Charenton eine Fabrik zur Erzeugung von Gypspulver nach dem von Hrn. Keene in London angewandten Verfahren errichtet. Um dem Gyps die Eigenschaft zu ertheilen, daß er beim Formen oder bei der Anwendung als Ueberzug sehr hart wird, brennt man ihn zuerst, damit er sein Krystallisationswasser verliert; er wird dann sogleich in eine gesättigte Alaunauflösung gebracht, worin man ihn beiläufig sechs Stunden liegen läßt. Hierauf breitet man ihn an der Luft aus, um ihn zu troknen, und bringt ihn dann wieder in den Ofen, um ihn zum zweitenmal zu brennen, wobei er bis zum braunrothen Glühen erhizt werden muß. Nun kommt er unter die Mühlsteine, um ihn zu pulverisiren, sodann in den Beutelkasten und wird endlich in Fässer zur Versendung verpakt. Der so zubereitete Gyps muß dik eingerührt werden, so daß er die Consistenz von Rahmkäse erhält; die Oberflächen, worauf man ihn auftragen will, müssen überdies hinreichend befeuchtet seyn, um eine zu rasche Absorption zu vermeiden. Er läßt sich mit denselben Werkzeugen wie der gewöhnliche Gyps und noch leichter bearbeiten. Es scheint, daß sich dieser Gyps selbst im Freien unverändert conservirt. Mit Wasser angerührt wird er beim Austroknen ungemein hart; er gesteht langsam; seine Ausdehnung und sein Schwinden sind unmerklich; Holz, Stein, Eisen und gewöhnlichem Gyps adhärirt er ungemein stark. Die Anwendungen dieser Entdekung sind zahlreich und wichtig: bei Bauten benuzt man solchen Gyps zu Ueberzügen oder Bewürfen, Verzierungen, um Marmor und andere Steine nachzuahmen, zum Platten von Gängen, zum Eingießen etc. Man kann damit auch wie mit gewöhnlichem Gyps Kunstgegenstände formen, welche aber viel fester werden. (Ueber die vielfachen nüzlichen Anwendungen, welche dieses Product gestattet, vergleiche man die Patentbeschreibung im polytechn. Journal Bd. LXX. S. 383.) (Echo du monde savant 1841, No. 637.)

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