Titel: Ueber Filtriren und Reinigen der Oehle.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1841, Band 81, Nr. LX./Miszelle 9 (S. 236–237)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj081/mi081060_9

Ueber Filtriren und Reinigen der Oehle.

Um den hohen Ansprüchen der französischen Compagnie, welche das Fonvielle'sche Oehlreinigungsverfahren ausbeutet, auszuweichen, bemühte sich Hr. |237| Béranger, einen neuen Weg auszumitteln, auf welchem der Zwek durch mindern Aufwand bestens erreicht wird. Er suchte hiebei auf eine constante Weise den Druk der Atmosphäre zu Nuze zu machen, indem er unter der filtrirenden Fläche einen luftleeren Raum herstellte. Bei seinem Apparate wird der luftleere Raum nicht durch einen Dampfstrahl, sondern durch eine Saugpumpe hervorgebracht, welche zugleich eine Drukpumpe mit doppelter Wirkung ist, d.h. das beständig in ein unter der filtrirenden Fläche befindliches Reservoir gesaugte Oehl begibt sich in den Körper der Pumpe, und der Kolben drükt es bei seiner aufsteigenden Bewegung in ein anderes Reservoir, aus welchem mittelst eines Hahnes das gehörig geklärte Product abgelassen wird. – Die als Filtrum dienende Schicht besteht aus Holz- und Knochenkohle, Sand, Kies, Sägespänen und Hede, und ist in einem gußeisernen cylindrischen Gefäße ziemlich dik aufgehäuft. Die Pumpe ist rotirend, wodurch sie den Dienst erleichtert und ein einziger Mann ist sehr wohl im Stande, sie einen ganzen Tag lang in Bewegung zu sezen. Mit dieser so einfachen Vorrichtung kann man, wenn der Filtrircylinder ungefähr 1 Meter im Durchmesser hat, in zwölf Stunden sehr leicht mehr als 50 Hektoliter vollkommen klares Oehl erhalten, wie man es bisher noch nie zuwege brachte. – Diese Vorrichtung hat vor der Fonvielle'schen (polyt. Journal Bd. LXVII. S. 218) den Vorzug der Einfachheit und schnellen Wirkung, indem diese leztere bei gleichen Dimensionen in zwölf Stunden nur 20 Hektoliter liefert.

Brennöhle müssen stets mit Schwefelsäure behandelt werden, aber die zu verarbeitende Quantität darf nur halb so groß seyn. Der Kolben der Pumpe hat 12 Centimeter im Durchmesser, der Hub beträgt 20 Centimeter, die Höhe der filtrirenden Schichte 2 Meter.

Die Klärung des Thrans, welchen man heutzutage, seitdem die Samenöhle so theuer geworden sind, sehr häufig zum Brennen verwendet, wird ebenfalls durch dieses neue Filter sehr wohl erreicht. – Hoffentlich dürste diese neue Filtrirmethode, welche sich als äußerst zwekmäßig bewährt, bald allgemeinen Eingang finden, und auch auf die Klärung und Entfärbung des Runkelrübensaftes und der Zukersyrupe ausgedehnt werden. Mallet. (France industrielle 1841, No. 25.)

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