Titel: Kaltes Abspinnen der Seide.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1841, Band 81, Nr. LXXVII./Miszelle 7 (S. 318)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj081/mi081077_7

Kaltes Abspinnen der Seide.

Hr. Miergues von Andouze hat der franz. Akademie ein neues Verfahren mitgetheilt, die Seide kalt zu spinnen. Er ist erbötig, die darüber angestellten Versuche vor einer Commission zu wiederholen, und beschreibt vor der Hand die Vorzüge seines Verfahrens. In der Ueberzeugung, daß das heiße Wasser erweichend und zum Theil auflösend auf das Gummi des Cocons wirke, studirte er die Natur dieser Substanz im Cocon sowohl, als in dem die Seide erzeugenden Organ des Seidenwurms, um das passende Auflösungsmittel für dasselbe zu finden. Dieß ist ihm endlich gelungen, und er wird der Commission der Akademie die Zusammensezung dieses Auflösungsmittels mittheilen. Das neue Spinnverfahren gewährt folgende Vortheile: es findet dabei erstens ein Ersparniß an Brenn- und anderm Material statt. Die geringste Quantität Wassers, welche mit einer Bassine des Auflösungsmittels anzuwenden nothwendig wird, kann dienen, um den ganzen Tag fortzuspinnen, ohne daß diese Flüssigkeit sich verändert. Nach Verlauf des Tages ist sie nur etwas diker geworden und getrübt; wenn man sie filtrirt, kann sie wieder eben so gute Dienste thun, und da diese kleine Menge Flüssigkeit hinreichend bleibt, so werden die Anstalten minder ungesund. – Die so gesponnene Seide besizt mehr Glanz und ist stärker. – Die HHrn. Dumas und Chevreul werden der Akademie hierüber Bericht erstatten. (France industrielle 1841, No. 28.)

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