Titel: Eine Kutsche die zugleich als Boot dient.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1841, Band 81, Nr. C./Miszelle 3 (S. 395)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj081/mi081100_3

Eine Kutsche die zugleich als Boot dient.

Diese Fortschaffungsmaschine (voiture nacelle) wurde von dem Kutschenmacher Hrn. Longueville zu Paris, rue du Cherche-Midi, No. 39, erfunden und kann sowohl zum Spazierenfahren auf Straßen und in der Stadt, als auch als Fahrzeug auf Flüssen und Weihern dienen. Hr. Longueville bemerkte nämlich, daß der Geschmak an Wasserpromenaden zunimmt, obschon diese von häufigen Unannehmlichkeiten und ziemlich großen Schwierigkeiten begleitet sind. Denn wenn es sehr angenehm ist, leicht und schnell stromabwärts zu fahren, so ist dieß doch nicht der Fall, wenn man stromaufwärts durch angestrengtes Rudern, durch das Schleppseil, oder endlich durch das Bugsiren mittelst eines andern gerade vorhandenen Fahrzeuges fahren muß. Diesen Uebelständen abzuhelfen, baute Hr. Longueville einen leichten Char-à-banc, welcher außer dem Kutscher acht Personen bequem aufnimmt. Der sehr leichte Kasten desselben kann von dem Gestell ohne Mühe und in einem Augenblik abgehoben werden; zwei Personen sind hinreichend, um dieß in höchstens fünf Minuten zu bewerkstelligen und den in einen schönen Kahn umgewandelten Kasten ins Wasser zu bringen. Ohne also von der Gestalt und den Dimensionen eines Char-à-bancs abzuweichen, bietet dieser Kasten alle Vorzüge eines wohleingerichteten Kahns und macht es daher einer Familie oder Gesellschaft möglich, eine Landpartie zu Land und zu Wasser zu machen, den Jägern, auf Teichen zu jagen, zu fischen, in demselben Kasten, in welchem sie sich nach dem Vergnügungsorte begeben haben. Der Erfinder hat dem Kasten aus dem Grunde eine unten flache Form gegeben, damit er auf dem Wasser das Gleichgewicht besser halte; das Gestell aber ist so gebaut, daß er die Façon des Kastens nach Belieben wechseln kann. (Echo du monde savant, 1841, No. 644.)

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