Titel: Henry Scott's patentirtes Verfahren zur Fabrication von Schreibtinte.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1841, Band 81, Nr. CXI./Miszelle 4 (S. 485–486)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj081/mi081111_4

Henry Scott's patentirtes Verfahren zur Fabrication von Schreibtinte.

Man lasse 48 Pfd. Campecheholzspäne zwei Tage in weichem Wasser maceriren, bringe das Ganze dann in einen eisernen Kessel und seze 400 Maaß (= 800 Pfd.) weiches Wasser hinzu, lasse 1 1/2 Stunden kochen, worauf dann das Holz herausgenommen, der Flüssigkeit aber 48 Pfd. der besten grobgepulverten Aleppo-Galläpfel zugesezt werden. Mit diesen wird die Flüssigkeit noch eine halbe Stunde lang gekocht, dann wird sie vom Feuer genommen und 24 Stunden lang im Kessel stehen gelassen, während welcher Zeit man sie fleißig umrührt. Wenn die Galläpfel genugsam ausgezogen sind, wird die Flüssigkeit in eine Kufe klar abgezogen und darin mit 40 Pfd. gestoßenem Eisenvitriol versezt. Dieses Gemisch lasse man nun eine Woche lang stehen, rühre täglich um und seze dann 20 Maaß Essig hinzu. Man löse hierauf 7 1/2 Pfd. auserlesenen arabischen Gummi |486| in so viel Wasser auf, daß ein diker Schleim entsteht, welchen man durch ein Tuch seiht und dann der Flüssigkeit nach und nach zusezt. Das Ganze lasse man dann noch ein paar Tage stehen, gieße sodann 20 Unzen einer concentrirten Auflösung von salpetersaurem Eisen hinein und lasse es wieder stehen, bis es den höchsten Grad der Schwärze erreicht hat, gieße hierauf die helle Flüssigkeit vom Saz ab und seze ihr folgende Substanzen zu, deren jede für sich präparirt und zerrieben werden muß.

Man nehme zuerst ein halbes Pfund Indigo, reibe denselben mit dem Läufer auf dem Stein unter zeitweisem Zusaz von der Tinte ab, bis ein dünner Teig daraus geworden ist; dann präparire man 9 Pfd. gut ausgewaschenes und reines Berlinerblau eben so, nur daß man es statt mit der Tinte mir destillirtem Wasser reibt, bis ebenfalls ein dünner Teig daraus geworden ist; hierauf werden 4 Unzen Lampenschwarz mit einer Unze salpetersaurem Eisen zusammengerieben. Wenn jedes Ingrediens fein genug ist, läßt man sie ein paar Stunden unvermischt, worauf sie dann der Flüssigkeit einverleibt und eine Woche lang täglich wohl umgerührt werden. Das Helle wird zum Gebrauch abgeschüttet. Mit den angegebenen Quantitäten erhält man 400 Maaß Tinte. (Aus dem Repertory of Patent-Inventions. Aug. 1841, S. 109.)

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