Titel: Parker's Verbesserungen an Lampen.
Autor: Parker, Samuel
Fundstelle: 1842, Band 83, Nr. LXVIII. (S. 370–374)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj083/ar083068

LXVIII. Verbesserungen an Lampen, worauf sich Samuel Parker, Lampenfabrikant am Argyle Place in der Grafschaft Middlesex, am 12. Jun. 1838 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem Repertory of Patent-Inventions. Sept. 1841, S. 157.

Mit Abbildungen auf Tab. V.

Meine Erfindung bezieht sich 1) auf eine verbesserte Construction der Lampen; 2) auf eine Verbesserung in der Construction der Lampenschirme.

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Fig. 45 stellt eine meiner Erfindung gemäß construirte Tafellampe dar;

Fig. 46 ist ein Durchschnitt derselben, nur nach einem größeren Maaßstabe. In diesen, so wie auch in den unten zu erläuternden Figuren dienen gleiche Buchstaben zur Bezeichnung der entsprechenden Theile. a ist ein Argand'scher Brenner, der jedoch hinsichtlich der Form von den sonst üblichen Brennern dieser Art etwas abweicht, indem die in der Abbildung dargestellte Einrichtung sich für die Anwendung kurzer Dochte eignet, und daher die bisher zum Hinaufschieben des Dochtes nöthige Schraube oder Zahnstange entbehrlich macht. In Folge dieser Einrichtung erhalte ich bei einem gegebenen Durchmesser des Dochtes einen vergrößerten inneren Luftweg. Der Brenner besteht aus der inneren Röhre a, welche von einem als Träger des Dochtes dienenden Ringe a′ umgeben ist. b ist das äußere Rohr des Brenners, welches, wie man sieht, etwas tiefer als der obere Theil der Röhre a liegt. c ist ein kurzes, an der Außenseite der Röhre b frei verschiebbares Rohr mit schrägen Vorsprüngen d, d, d, auf welche das Zugrohr zu liegen kommt. An diesem Rohre c sizt eine Zahnstange e fest, deren unteres Ende durch eine in den metallenen Vorsprüngen f angebrachte Oeffnung geht, welche der Stange als Leitung dient. g ist eine Achse mit einem in die Zähne der Stange e greifenden Getriebe. Durch diese Anordnung läßt sich das Zugrohr mit Leichtigkeit höher oder niedriger stellen. Da ich mich nun eines kurzen Dochtes bei erweitertem innerem Luftcanal und längerem Zugrohre bediene, so bin ich im Stande, die Flamme durch bloßes Heben oder Senken des Zugrohrs mit großer Genauigkeit zu reguliren. Der Oehlbehälter i besteht aus der Verbindung zweier Röhren i, i′, welche, wie man aus der Zeichnung ersieht, eine cylindrische Oeffnung für das Zugrohr lassen. An dem oberen Theile des Zugrohrs ist ein metallenes Rohr j angebracht, welches an seinem oberen Ende auswärts gezakt ist; mit seinen Zaken berührt dasselbe die innere Fläche i′ des Oehlbehälters, wodurch die Wärme des Zugrohrs dem Oehlbehälter mitgetheilt wird, ein Umstand, welcher sehr wünschenswerth ist. Ich habe nämlich gefunden, daß eine Lampe mit Oehl, welches auf einen bedeutenden Temperaturgrad erwärmt ist, weit länger brennt, ohne daß der Docht gepuzt zu werden braucht, und überhaupt länger brennt, als mit Oehl, dessen Temperatur diejenige der Atmosphäre, worin es brennt, nur um Weniges übersteigt. Es ist mir wohl bekannt, daß man sich früher schon geeigneter Mittel bediente, um zum Schmelzen fetter Substanzen in Lampen die nöthige Wärme durch metallene Leiter überzutragen; diese Mittel reichten jedoch nicht hin, um denjenigen |372| Wärmegrad hervorzubringen, auf welchen Oehle oder fette Substanzen in Lampen gebracht werden müssen, um jenes vortheilhafte Resultat zu erlangen, welches die eigenthümliche Construction des Oehlbehälters und die oben erläuterte Anordnung des Zugrohrs darbietet, womit ich gegen 75° R. erlange. k ist eine kreisrunde Platte, welche zur Fortleitung der Wärme von dem Glaszugrohre dient, wenn man sich des metallenen Aufsazes j nicht bedient; in diesem Falle muß die runde Platte an das Glasrohr schließen und die innere Wand des Oehlbehälters i berühren. Das Zugrohr mag indessen beschaffen seyn wie es will, es muß lang seyn, und ich habe gefunden, daß eine Länge von 9 Zoll den größten Erfolg liefert. An den unteren Theil des Oehlbehälters ist eine Röhre l befestigt, welche das Oehl dem Brenner zuführt. Zur Absperrung des Oehlzuflusses dient ein Ventil m, welches durch eine Feder stets niedergedrükt wird. An das Ventil ist ein Draht n befestigt, welcher sich durch den Oehlbehälter erstrekt und an seinem oberen Ende rechtwinkelig abgebogen ist. So lange nun dieses abgebogene Ende auf dem Dekel o der Einfüllöffnung ruht, ist das Ventil offen; wird es dagegen vom Dekel o weggedrängt, so schließt die Feder das Ventil m, und der Oehlzufluß zum Brenner hört auf. p, p ist eine Röhre und q eine Oeffnung, durch welche Luft in den Oehlbehälter gelangt. Es ist dabei wesentlich, daß der höchste Punkt der Oeffnung q mit dem oberen Theile des Brennrohres b genau in gleicher Höhe liege, damit der Oehlzufluß nach dem Brenner von der Art der Speisung und nicht von der Capillarattraction des Dochtes abhängig sey. Dadurch verhüte ich die Verkohlung des Dochtes und das daraus hervorgehende Dunkelwerden des Lichts. Da ferner ein beständiger Oehlzufluß nach dem Dochte stattfindet, so kann das Oehl nicht überfließen, und die Lampe muß schon bedeutend aus der verticalen Stellung gebracht werden, um ein Ueberfließen zu veranlassen, weil bei geschlossener Oeffnung q dem unteren Ende des Zugrohrs ein hinreichender Spielraum bleibt.

Fig. 47 zeigt einen Oehlbehälter und Brenner für eine andere Einrichtung des Ventils und der Oehlspeisung. Der Oehlbehälter ist mit der Röhre l des Brenners durch eine Röhre r verbunden, welche in der Röhre l verschiebbar ist. Der obere Theil der Röhre r bildet, wie man aus der Abbildung ersieht, das Lager für ein Kugelventil, t ist eine im Innern der Röhre l dergestalt befestigte Stange, daß sie das Ventil von seinem Lager hebt, wenn der Brenner einen Oehlzufluß erfordert. s ist ein an der Röhre r befestigter Stift, welcher sich in einem an der Röhre l befindlichen Schlize bewegt, um das Ende der Röhre r so zu reguliren, daß der Punkt q in eine |373| Höhe mit dem oberen Theile des Brennerrohrs zu liegen kommt. Zufolge dieser Einrichtung schließt sich das Ventil, wenn man den Oehlbehälter i in die Höhe hebt, so daß das Ventillager über die Stange oder den Draht t sich erhebt.

Fig. 48 stellt eine andere Einrichtung dar, um den Brenner von dem Oehlbehälter i aus mit Oehl zu speisen. v ist ein an dem oberen Theile des Behälters i angebrachter hohler Hahn oder Ventil; w ein an dem unteren Theile des Behälters befindlicher hohler Hahn oder Ventil. x eine Stange mit vierekigen Enden. Um diese Stange ist eine Feder gewunden, welche auf die Hähne v und w drükt und dieselben fortwährend in ihren Lagern hält. An dem Hahn v ist eine Handhabe g befestigt, mit deren Hülfe derselbe umgedreht werden kann; mit dem Hahne v dreht sich auch vermittelst der Stange x der Hahn w. 1 ist eine Oeffnung, welche, wenn sie der Oeffnung 2 gegenübeer gebracht wird, die Füllung des Oehlbehälters i gestattet, wobei man Sorge zu tragen hat, denselben nicht so rasch zu füllen, daß das Oehl über die Oeffnung 1 fließe, damit die Luft frei entweichen könne. 3 ist eine Oeffnung im Hahne w, und 4 eine Oeffnung in der Hülse, worin er spielt; sind diese Oeffnungen einander zugekehrt, so kann das Oehl durch die Röhre l in den Brenner fließen. 5 ist eine Oeffnung in dem Hahne w, und 6 eine Oeffnung in seinem Lager; sind diese einander zugekehrt, so kann in dem Verhältniß, als das Oehl durch den Brenner consumirt wird, Luft in den Behälter i treten. — Ich gehe nun zur Beschreibung des zweiten Theils meiner Erfindung über.

Fig. 49 zeigt einen meiner Erfindung gemäß construirten Lampenschirm. Derselbe besteht aus einem Stük in eine Anzahl Falten gelegten Papiers, Seide oder eines sonstigen geeigneten Materials, dessen beide Enden mit einander vereinigt werden. Die Falten werden in einer eigenen Fältelmaschine gebildet. In dem oberen Theile des Schirms befinden sich Löcher, durch welche ein Band A gezogen wird, wodurch ich die verlangte konische Gestalt herstelle. Diese Schirme werden oberhalb der Lampe von einem Drahtringe C auf folgende Weise getragen. Durch Wegnehmen eines Theils des inneren Winkels jeder Falte bildet man eine Art Rinne. In diese Rinne kommt nun der Ring C, wenn der Schirm darüber geschoben wird, zu liegen, so daß er den Schirm trägt und ihn zugleich in seiner Form erhält. Die Schirme können mit Verzierungen versehen, gemalt oder gedrukt seyn.

Schirme aus Papier oder anderen Stoffen, deren man sich schon früher bediente, nehme ich nur dann in Anspruch, wenn ihrer Construction obige Methode zu Grunde liegt, welche den Vortheil einer |374| weit ausgedehnteren Fläche für die Zurükwerfung der Lichtstrahlen darbietet, ferner die Annehmlichkeit, daß sich ein solcher Schirm außer Gebrauch in einen engen Raum zusammenfalten, zugleich aber nöthigen Falles leicht an einer Lampe anbringen läßt.

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