Titel: Fossile Seife in der Gegend von Constantine.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1842, Band 83, Nr. XVIII./Miszelle 7 (S. 87–88)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj083/mi083018_7
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Fossile Seife in der Gegend von Constantine.

Die HHrn. J. Rossignon u. J. Garnier jun. haben eine Art fossiler Seife analysirt, welche Hr. Boicet, Chirurg bei der afrikanischen Armee in einem Erdreich gefunden, das man in der Gegend von Constantine zu cultiviren anfängt.

Diese Substanz ist eine gelbliche Masse, deren Geruch an ranziges Palmöhl erinnert; sie ist mit Knochenresten, Sand und Erde untermengt, efflorescirt an der Luft und diese Efflorescenz besteht hauptsächlich aus einem Gemenge von salpetersaurem Kalk und Kochsalz. — Die Seifensubstanz selbst besteht binahe ganz aus stearinsaurem und margarinsaurem Kalk und enthält außerdem unvollkommen verseifte thierische Substanzen, stearinsaure Thonerde, Kalksalze und Kochsalz, so wie auch Spuren Eisenoxyds und stearinsauren Natrons.

Die Seife wurde stellenweise in großen, unseren Cysternen gleichenden, Gräben gefunden, welche vor dem Umgraben zum Theil mit wilden Pflanzen bewachsen waren. Beim Zuschütten dieser Gräben wurden diese seifenartigen Erdmassen gefunden. Man glaubt allgemein, daß der Erdboden, worin dieser Fund gemacht wurde, einst der Kirchhof einer arabischen Familie gewesen sey. Wir aber sind mit Hrn. Bouet anzunehmen geneigt, daß diese Gräben zur Verbrennung von Pflanzen gedient haben, um Soda aus ihnen zu gewinnen, oder gar um Seife zu bereiten, mit welchem Geschäft sich bekanntlich die Araber von jeher abgaben. (Echo du monde savant 1841, No. 681.)

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