Titel: Anwendung des ausgetrokneten Klebers, um das Kartoffelsazmehl zur Brodgährung zu disponiren; von I. L. Lassaigne.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1842, Band 83, Nr. XXXI./Miszelle 4 (S. 165)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj083/mi083031_4

Anwendung des ausgetrokneten Klebers, um das Kartoffelsazmehl zur Brodgährung zu disponiren; von I. L. Lassaigne.

Bei der Untersuchung der physischen Eigenschaften des ausgetrokneten Klebers fand ich, daß diese Substanz fein gepulvert, mit dem Sazmehl genau gemengt werden kann u. s. f., daß dieses Gemenge, nachdem man ihm etwas Zuker und Gummi in dem Verhältniß, wie sie im Weizen enthalten sind, zugesezt, sich kneten läßt, wie das Mehl. Nach der Gährung des so erhaltenen Teigs und dem Baken desselben in einem gewöhnlichen Bakofen erhält man ein Brod, welches durch seine Schwärze zwar dem Roggenbrode ähnlich, jedoch ohne allen fremden Beigeschmak ist. — Bei der Zusammensezung des Gemenges nahm ich die Bestandtheile des Weizenmehls als Basis an, indem ich nur die Menge des Klebers um 7 7/10 vermehrte; ich erhielt so aus folgenden Substanzen ein künstliches Mehl:

Kleber 17½
Kartoffelsazmehl 75
Zuker 3 7/10
Gummi 3 7/10.

Dieses Mehl absorbirt das Wasser nach und nach und gibt einen anfangs wenig dehnbaren Teig, der aber, nachdem er eine Zeit lang durchgeknetet worden, bald die Elasticität des ächten Weizenteigs erhält. Ueberläßt man ihn, nachdem ihm Hefe zugesezt worden, sich selbst, so geht er auf, doch etwas weniger gut, als der Weizenmehlteig.

Bei einem Versuch im Kleinen fand ich, daß dieser Teig 115 gebakenes Brod auf 100 Mehl liefert.

In größerem Maaßstabe würde das Resultat wahrscheinlich besser ausfallen, sowohl was die Bearbeitung als was die Qualität des Products betrifft.

Wenn man bei der Gewinnung des Stärkmehls aus den Getreidekörnern den Kleber des Mehls zu sammeln bedacht wäre, welcher in einigen Fabriken verloren geht, so könnte diese Substanz ohne Zweifel zur Bereitung eines Sazmehlbrodes benuzt werden, welches zur Ernährung vieler Thiere geeignet wäre und daß zu demselben Zwek aus schlechterem Mehl bereitete ersezen könnte. Der Zuker und das Gummi, welche ich anwandte, könnten zur Ersparung durch Stärkmehlzuker und Dextrin oder durch eine gewisse Menge Dextrinzukers ersezt werden, so daß dann das mit Kleber bereitete Brod nur Stärkmehl oder von demselben herrührende Substanzen enthielte, (Journal de Chimie médicale. Novbr. 1841, S. 593.)

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