Titel: Gedrukte Wollenzeuge, von Heimchen zerfressen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1842, Band 83, Nr. LXII./Miszelle 4 (S. 341–342)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj083/mi083062_4

Gedrukte Wollenzeuge, von Heimchen zerfressen.

Hr. Lefebvre, Chemiker in der Kattunfabrik der HHrn. Liebach, Hartmann und Comp. zu Thann, hat der Mülhauser Industriegesellschaft eine Beobachtung mitgetheilt, welche alle Fabrikanten interessiren wird, die sich mit dem Druken von Wollenmusselinen befassen. Als er Wollenmusseline untersuchte, welche nach dem Dämpfen (vor dem Auswaschen) in einem Luftrechen aufgehängt worden waren, bemerkte er zu seinem Erstaunen, daß von den mittelst Cochenille roth bedrukten Stellen der Gewebe viele theilweise oder ganz zerfressen waren; von den eingefressenen Löchern waren einige kaum bemerklich, während andere bis 9 Lin. im Durchmesser hatten. Nach vielen Bemühungen gelang es ihm die Ursache dieser Zerstörung auszumitteln; diese waren lediglich Heimchen (Hausgrillen, grillus domesticus), welche während der Nacht aus ihrem Verstek herauskamen und gefräßig bloß die mit Cochenilleroth bedrukten, noch nicht ausgewaschenen Stellen der Wollenzeuge angriffen, obgleich diese Farbe mit Zinnsalz und Kleesäure geschärft war.

Um sich von der Vorliebe dieser Insecten für die Cochenillefarbe zu überzeugen, sperrte Hr. Lefebvre eine Anzahl derselben in ein Trinkglas ein, worin sich ein wenig gestoßene Cochenille befand; die Heimchen machten sich sogleich über |342| die Cochenille her, welche sie so begierig fraßen, daß mehrere von ihnen in kurzer Zeit dadurch zu Grunde gingen.

Seit dieser Beobachtung Lefebvre's hat man sich in anderen Fabriken vollkommen überzeugt, daß die Heimchen nicht nur die mit Cochenilleroth bedrukten Stellen der Wollenzeuge, sondern auch die mit anderen Farben bedrukten und sogar die weiß gebliebenen Stellen angreifen. (Bulletin de la Société industrielle de Mulhausen, No. 71.)

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