Titel: Reinigung des Schwefelkohlenstoffes.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1842, Band 83, Nr. LXXVII./Miszelle 4 (S. 421)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj083/mi083077_4

Reinigung des Schwefelkohlenstoffes.

Da der Schwefelkohlenstoff außer seiner medicinischen Anwendung auch in der Technik anfängt zu Firnissen gebraucht zu werden, vielleicht auch schon mehr angewandt worden wäre, wenn nicht sein unangenehmer Schwefelwasserstoffgeruch, welcher ihm auch durch vorsichtige Rectification nicht entzogen werden kann, der häufigeren Anwendung entgegen stände, so versuchte ich, die Reinigung und damit die Befreiung desselben von seinem unangenehmen Geruch auf folgende Art zu bewirken.

Ich sezte nämlich zu Schwefelkohlenstoff so lange unter Umschütteln troknes gepulvertes Bleiweiß (kohlensaures Bleioxyd) hinzu, bis es sich nicht mehr bräunte, worauf ich die Masse absezen ließ und in einem bedekten Trichter abfiltrirte. Um überzeugt zu seyn, daß der Schwefelkohlenstoff nichts aufgelöst enthielt, so destillirte ich ihn bei so gelinder Wärme ab, daß er nie ins Kochen gerieth. Die lezten Spuren der Flüssigkeit waren etwas gelblich gefärbt, sie hinterließen aber einen so unbedeutenden Rükstand, daß man ihn mit der Loupe kaum wahrnehmen konnte. Weil aber beim Abfiltriren immer eine ziemliche Quantität Schwefelkohlenstoff in der braunen Masse zurükbleibt und also verloren geht, so wäre statt des Abfiltrirens das Abdestilliren vom Schwefelblei zu empfehlen. Das erhaltene Destillat bräunt nun das Bleiweiß nicht mehr

Diesen Versuch stellte ich mit ganz frisch bereitetem und rectificirtem Schwefelkohlenstoff (der jedoch sehr stark nach Schwefelwasserstoff roch) an, wie ihn Hr. Apotheker Simon in Berlin im Großen darstellt. (Schütz, im Journal f. prakt, Chemie. 1842, Nr. 2.)

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