Titel: Anwendung des Dextrins bei Anheilbinden.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1842, Band 83, Nr. LXXVII./Miszelle 5 (S. 421–422)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj083/mi083077_5

Anwendung des Dextrins bei Anheilbinden.

Dextrin (nach dem im polyt. Journal Bd. LXXIV. S. 307 beschriebenen Verfahren89). bereitet) wird jezt in Frankreich häufig zum Präpariren der Anheilbinden benuzt, um die Bandagen und chirurgischen Apparate zu befestigen, namentlich bei Wiedereinrichtung der Beinbrüche. Den HHrn. Velpeau und Larrey verdankt man seine Anwendung zu diesem Zwek. Das Dextrin ersezt mit großem Vortheil den sonst hiezu benuzten Gyps; die dextrinirten Binden, welche man auf ein gebrochenes Glied auflegt, troknen darauf äußerst schnell, kleben sehr stark an und werden ungemein hart; sie haben den Vorzug, eine zur Wiederherstellung des kranken Theils sehr wohlthätige Wärme zu unterhalten und können durch Befeuchtung losgemacht werden, wenn man ihn besichtigen will, oder wenn es Geschwulst gibt. Die Anwendung dieser Anheilbinden beschleunigt sehr die Heilung der Beinbrüche und macht, daß die Kranken nach sehr kurzer Zeit wieder auf den Füßen seyn können; die ihnen hiebei werdende Uebung trägt selbst wieder nicht wenig zu ihrer völligen Genesung bei.

Hr. Darcet, der Sohn, hat ein kleines Instrument erfunden, welches zur Bereitung der Dextrinsolution und zum Eintauchen der Binden, alles in sehr kurzer Zeit, bestimmt ist. Um eine gleichförmigere Lösung zu erhalten, befeuchtet man das Dextrin zuerst mit ein wenig Branntwein und sezt dann erst das Wasser hinzu.

In folgenden Verhältnissen wird die Lösung bereitet:

Dextrin 100 Gramme
Kampherbranntwein 60
Wasser 40
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Quantität der zur Behandlung verschiedener Beinbrüche anzuwendenden Lösung.

Schenkelbein 300 Gramme
Bein 200
Vorderarm 150
Schlüsselbein 400

Dextriniren bedeutet heutzutage einen Beinbruch mit in obiger Lösung getränkten Binden verbinden. (Moniteur industriel.)

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Man vergleiche auch S. 75 in diesem Bande

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