Titel: Verfahren, das reine Weizenbrod von dem Brod aus Stärk- und Weizenmehl zu unterscheiden.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1842, Band 83, Nr. LXXVII./Miszelle 7 (S. 422)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj083/mi083077_7

Verfahren, das reine Weizenbrod von dem Brod aus Stärk- und Weizenmehl zu unterscheiden.

Nach Hrn. Chevallier läßt sich mittelst chemischer Reagentien leicht erkennen:

1) das Brod aus Mehl,

2) das Brod aus Mehl und Stärke in trokenem Zustande,

3) das Brod aus Mehl und Stärke im Kleisterzustande.

1. Verfahren. — Man nimmt drei Probegläser, bringt in jedes derselben ein würfelförmiges Stük Krume von dem zu prüfenden Brod und schüttet frisch bereitetes Jodwasser darüber. Es wird nun 1) dieses Wasser, auf Weizenmehlbrod geschüttet, das Brod blau färben, seine eigene Farbe aber nicht verändern, sondern gelb bleiben, selbst nach 20 Minuten langer Berührung; 2) derselbe Fall eintreten, wenn das Brod aus 90 Th. Mehl und 10 Th. trokenem Stärkmehl bereitet ist; 3) das aus 90 Th. Mehl und 10 Th. Stärke in Kleisterform bereitete Brod aber sich in Berührung mit dem Jodwasser blau färben, und diese Flüssigkeit selbst nach und nach lilas und dann violett werden.

2. Verfahren. — Man nimmt 10 Gramme der zu analysirenden Brodkrume, reibt sie nach der Zertheilung mit 624 Decigrammen (1/16 Liter) Wasser in einer Reibschale ab und bringt sie wohl zerrieben mit der Flüssigkeit auf ein Filter. Man sezt nun zu 31 Gram. 25 Centigr. (1/32 Liter) der siltrirten Flüssigkeit eine gleiche Quantität frisch bereiteten Jodwassers. Hat man es mit Brod aus Weizenmehl zu thun, so entsteht eine röthliche Färbung, welche nach 8 bis 10 Minuten wieder verschwindet. Bei solchem aus 90 Th. Mehl und 10 Th. trokener Stärke entwikelt sich eine ins Violette spielende blaue Färbung, die in 10 bis 12 Minuten verschwindet. Wenn endlich das Brod aus besagten Mengen Mehls und Stärke, leztere aber im Hydratzustand als Kleister bereitet wurde, so erhält man eine schöne blaue Färbung, welche 20 bis 40 Minuten zum Verschwinden bedarf. (Echo du monde savant, 1842, No. 693.)

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