Titel: Ueberwinterung zarter Pflanzen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1842, Band 83, Nr. LXXVII./Miszelle 9 (S. 424)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj083/mi083077_9

Ueberwinterung zarter Pflanzen.

Solche Pflanzen, deren Stengel jährlich absterben, werden leicht überwintert, wenn man sie mit einem Gemenge von Erde, Holzsägespänen und Steinkohlenasche in kleinen Hügeln bedekt, um welche herum man drei Bak- oder andere Steine sezt, die wieder mit einer Schiefer- oder Ziegelplatte bedekt werden. Diese Bedachung hält von den Pflanzen Feuchtigkeit und Regen ab und gestattet zugleich freien Luftzug. Wird aber die Kälte zu streng, so kann dieser Bau sehr leicht noch mit Stroh oder Tannenzweigen bedekt werden, die aber, sobald die Kälte nachläßt, wieder weggenommen werden müssen.

Die Sträucher, welche unsere Winterkälte nicht vertragen, werden am Fuße sehr zwekmäßig mit angehäufter Erde oder mit Sägespänen umgeben und obendarauf mit Stroh, das man um den Stamm bindet, der obere Theil des Strauchs bleibt unbedekt. Das Wasser wird auf diese Weise von Stamm und Wurzel abgewendet, was besser ist, als die Pflanze ganz mit Stroh zu umhüllen. Das beste Mittel aber, um Pflanzen zu überwintern, die nicht ohne Bedekung bleiben können, ist, sie mit Tannenzweigen zu bedeken. Dieß geschieht am besten, indem man vier Pfähle in einiger Entfernung von der Pflanze in die Erde schlägt und sie mit Querlatten verbindet; man füllt die Zwischenräume derselben mit Tannenlaub aus, mit Ausnahme eines einzigen, den man leer läßt und mit einer Thüre von Tannenzweigen verschließt, welche bei schönem Wetter abgenommen werden kann. Nur sehr wenige Pflanzen können unter einer dichten und nassen Hülle überwintern, und es ist unbegreiflich, wie nach so vielen Erfahrungen, welche das Vernunftwidrige dieses Verfahrens darthun, es noch so oft angewendet wird.

Die Pflanzen in Töpfen, wie Arten der Fuchsia, Calceolaria, Lobelia, Verbena und des Mimulus erhalten sich auch gut, wenn man sie unter ein Obdach stellt und mit Tannenzweigen, über welche Stroh gelegt wird, bedekt. (Marnok florical Mag.; Echo du monde savant, 1842, No. 698.)

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