Titel: Ueber Mallet's Reinigung des Leuchtgases.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1842, Band 83, Nr. LXXXIX./Miszelle 3 (S. 488–489)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj083/mi083089_3

Ueber Mallet's Reinigung des Leuchtgases.

Dieses Verfahren (s. polyt. Journal Bd. LXXXII. S. 342), bemerkt Hr. Mallet, gewährt noch einen früher nicht beachteten Vortheil. Das Gas wird nicht nur von seinem Gehalte an Ammoniak und Schwefelwasserstoff vollkommen befreit, sondern auch von einem sehr großen Antheil Naphthalins und empyreumatischer Stoffe. Ich erkläre dieß, wie folgt: das Naphthalin und andere Producte der Destillation der Steinkohle sind mehr oder weniger flüchtig, aber ihre Flüchtigkeit wird noch erhöht durch die Gegenwart von kohlensaurem, schwefelwasserstoffsaurem und anderen sehr flüchtigen Ammoniakverbindungen, welche mit ihnen im Gase vorhanden sind. Es besteht eine wirkliche Verbindung zwischen den Destillationsproducten und einem Theile der Basis der Ammoniaksalze, deren schwache Säuren bei weitem das Ammoniak, diese mächtige Basis, nicht neutralisiren.

Beim Durchgehen des Gases durch das Manganchlorür zersezen sich die ammoniakalischen Verbindungen; das Ammoniak wird gebunden und das in Freiheit |489| gesezte Naphthalin wird von dem Niederschlage mit fortgerissen oder schwimmt über der Flüssigkeit. Ich lege dieser Notiz etwas von dem in dem Waschwasser gebildeten Niederschlag bei, welcher zum größten Theil aus kohlensaurem Mangan und Schwefelmangan besteht, und worin die brenzlichen Stoffe eingemengt sind, deren durchdringender und unangenehmer Geruch leicht zu erkennen ist.

Bei dem gewöhnlichen Reinigungsverfahren lassen die zum Theil vom Kalk absorbirte Kohlensäure und Schwefelsäure das Ammoniak fahren, welches alsdann das Naphthalin mit großer Kraft zurükhält. Nun ist dieses im Gase zurükbleibende Ammoniak wenigstens die Hälfte von demjenigen, welches in dem sogenannten ammoniakalischen Condensationswasser vorhanden ist. Bekanntlich hat das Naphthalin außer seinem Geruch auch den Uebelstand, sich in den Gasleitungen anzusezen und dieselben nach einer gewissen Zeit zu verstopfen.

Ich kann und will nicht läugnen, daß dem nach meinem Verfahren gereinigten Gase noch ein brenzlicher Geruch anhängt, doch ist derselbe viel geringer als gewöhnlich, (Comptes rendus 1842, No. 4.)

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