Titel: Craig's und Sharp's Verbesserungen an Mule-Spinnmaschinen und Vorspinn-Mulemaschinen.
Autor: Craig, William
Sharp, William Douglas
Fundstelle: 1842, Band 85, Nr. LX. (S. 248–256)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj085/ar085060

LX. Verbesserungen an Mule-Spinnmaschinen und Vorspinn-Mulemaschinen, worauf sich William Craig, Ingenieur in Glasgow, und William Douglas Sharp, Ingenieur zu Stanley, Perthshire in Schottland, am 3. März 1840 ein Patent ertheilen ließen.

Aus dem London Journal of arts. Jun. 1842, S. 415.

Mit Abbildungen auf Tab. IV.

Vorliegende Erfindung besteht in einem Mechanismus, welcher sowohl die Mulespinnmaschine, als auch die Vorspinn-Mulemaschine the stretcher in einen selbstthätigen, von dem Spinner unabhängigen Apparat verwandelt. Die Arbeit des Spinners besteht hauptsächlich in dem Loswikeln der um die Spindeln gewundenen Fäden (the backing off), dem Niederdrüken des Ausschlagdrahtes (faller-wire) und der Regulirung seiner Bewegung, so daß das Garn in Gestalt eines Knäuels sich auf den Spindeln vertheilt; ferner darin, daß er den Wagen dem Strekrahmen nähert und dabei das Garn unter geeigneter Spannung aufwikelt.

Fig. 8 ist ein Aufriß des Hauptgestells (head-stock) der Mulemaschine mit einem Durchschnitt des Wagens; Fig. 9 stellt eine Endansicht desselben dar.

Die Bewegung wird von der Welle A der Treibrolle auf dieselbe Weise wie bei der Hand-Mulemaschine nach den Strekwalzen und vermittelst der diagonalen Welle B nach der Garnradwelle (twist shaft) hin übertragen. Die diagonale Welle C erhält ihre Bewegung durch die gewöhnliche lose Rolle mit Hülfe eines Paares in Fig. 9 sichtbarer Zwischenräder. Diese Welle sezt ein an der Achse D befindliches konisches Rad in Umdrehung, welches auf der einen Seite mit dem Kuppelungsstük E, auf der anderen Seite mit der Kuppelungsplatte F in Verbindung steht; es dreht sich lose auf der Achsel D. G ist ein Hebel zum Aus- und Einrüken der Kuppelung; das untere Ende der Welle C nimmt an dieser Bewegung Theil. H ist das auf der Welle D lose sich drehende Getriebe mit der Kuppelungsplatte, welches das Loswikeln der Fäden bewirkt. An dieser Platte sind mehrere Stifte befestigt, wovon einer von einem an der Kuppelungsplatte |249| F befindlichen Stift ergriffen wird. Das Getriebe H greift in ein an der Welle I sizendes Stirnrad; an derselben Welle befindet sich das Getriebe J. Ein ähnliches Getriebe K dreht sich lose an der Garnwelle, mit welcher dasselbe vermittelst eines Sperrrades und Sperrkegels verbunden ist, so daß die Bewegung nur nach einer Richtung hin erfolgen kann. L, L ist eine Zahnstange, welche sich auf- und niederbewegen läßt und vermittelst Frictionsrollen in senkrechter Lage erhalten wird. M ist ein Hebel, welcher durch eine Zwischenstange mit dem bogenförmigen, mit Leder überzogenen Bremskranz verbunden ist; dieser Bremskranz umfaßt die Bremsrolle N. An der Zahnstange L ist eine geneigte Ebene O befestigt. ist ein mit dem Hebel G dergestalt verbundener Hebel, daß, wenn der leztere von der Sperrvorrichtung ausgelöst wird, der untere Theil des Hebels eine entsprechende Bewegung nach dem Strekgestell hin macht.

An der Welle D sizt das Sperrrad P fest, in das der Sperrhaken E greift; an derselben Welle befindet sich auch das Getriebe Q, welches mit einem Rade R im Eingriff steht, ferner die excentrische Doppelrolle s, s. An der oberen und unteren Seite dieser Rolle sind Riemen oder Ketten befestigt, welche nach der durch punktirte Linien angezeigten Rolle hingehen und an diese dergestalt fest gemacht sind, daß das Streken anfängt und aufhört, wenn der Riemen oder die Kette im Begriffe steht, an derjenigen Stelle sich ab- oder aufzuwinden, welche dem Mittelpunkt am nächsten liegt. Mit der Rolle sizt an einer und derselben Achse die Rolle ; ein Riemen geht, nachdem derselbe an diese befestigt worden ist, über die Leitrolle 14 und von da nach dem Wagen; ein ähnlicher Riemen läuft von der anderen Seite der Rolle um die Leitrolle 15 und ist gleichfalls an den Wagen befestigt.

2, 2, 2 stellt das Gestell des Wagenendes dar. Oben und unten ist an diesen Wagen ein Stük 3, 3 festgeschraubt, und an diesem Stük sind zwei Stifte befestigt, an welchen die senkrechte Stange 4 gleitet. An dem unteren Ende der lezteren befindet sich eine Frictionsrolle, die auf der Platte T, T läuft. Mit der senkrechten Stange ist eine Schiene 5 scharnierartig verbunden, welche sich oben in eine schiefe Ebene von der in Fig. 8 dargestellten Form endigt. Die schiefe Ebene drükt gegen eine an einer senkrechten Stange befestigte Frictionsrolle; diese Stange enthält auf der anderen Seite eine Frictionsrolle, die in einem Schlize der Aufschlagkurbel 6 läuft. Die Perpendikularität dieser kleinen Stange wird durch zwei Leitungen, in denen Schlize angebracht sind, hergestellt.

U ist die aus Fig. 10 deutlicher abzunehmende Schneke zum |250| Aufwinden; V gleichfalls eine an das Hauptgestell befestigte Schneke, von welcher sich der Riemen allmählich ab- und auf die Rolle U aufwikelt, während der untere Theil des Knäuels sich bildet. Dieß geschieht mit Hülfe einer Zahnstange 8, indem eine an derselben befindliche justirbare Hervorragung von einer an dem Wagen angebrachten Gabel ergriffen wird. Während ihrer Fortbewegung sezt die Zahnstange ein durch Sperrrad und Sperrkegel mit einer Achse verbundenes kleines Getriebe in Umdrehung. An dieser Welle befindet sich eine Schraube ohne Ende, welche in ein an der Schneke festsizendes Rad greift. Beim Einwärtsgehen des Wagens wird die Zahnstange in ihre vorherige Lage gebracht; da aber der am Getriebe befindliche Sperrkegel über das Sperrrad hinweggeht, so wird der Schneke keine Bewegung mitgetheilt. Die Verhältnisse der Schneke sind zugleich so angeordnet, daß sie der Schneke U die erforderliche Menge Bandes liefert, so daß durch dieselbe die Anzahl der den Spindeln zum Behuf des Garnaufwindens ertheilten Umdrehungen beim Bilden des unteren Theils des Knäuels in dem gehörigen Verhältniß reducirt werden kann.

Die Schneke U steht durch ein konisches Getriebe mit der am Wagenende befindlichen senkrechten Welle W in Verbindung. Dieses Getriebe greift nämlich in ein anderes, lose auf der Welle W sich drehendes Getriebe und wird beim Aufwikeln vermittelst eines Sperrrades nebst Sperrkegel mit demselben in Verbindung gesezt. Die Sperrkegel sind dergestalt mit der Platte 10 verbunden und die beiden Gabeln so darauf befestigt, daß die Platte, wenn sie in die Höhe gehoben und in der Höhe erhalten wird, die Sperrkegel vom Eingriff in das Sperrrad abhält; dieß wird mit Hülfe kleiner, an die Gabeln befestigter gekrümmter Platten bewerkstelligt, welche, wenn sie in die Höhe gehen, gegen die von den Sperrkegeln abstehenden Stifte drüken. Die Platte wird durch eine Stange 11 gehoben, welche sich unten in ein nur nach einer Richtung bewegliches Scharnier endigt, und so eingerichtet ist, daß sie in demselben Augenblik, wo das Auswärtsgehen des Wagens beginnt, in die Höhe steigt, indem sie alsdann gegen den Aufhälter 12 stößt; weil das bewegliche Scharnier nachgibt, so findet dieser Erfolg, so lange sich der Wagen nach der anderen Richtung bewegt, nicht statt. Der Hebel 13 hält die in die Höhe gehobene Platte so lange zurük, bis der Wagen im Begriffe steht, nach dem Strekwerk sich hin zu bewegen, worauf sie dadurch frei wird, daß der Hebel den Hebel 13 hinwegzieht. Da dieser Hebel mit einer Spiralfeder in Verbindung steht, so hat er das Bestreben in die an der Platte 10 befindliche Sperrvorrichtung einzufallen. ist eine doppelte Riemenscheibe von verschiedenen Durchmessern. |251| Von dem größeren Theile derselben geht ein Riemen, nachdem er befestigt und zweimal um dieselbe gewunden worden ist, unter einer am Gestelle befestigten Leitungsrolle hinweg nach einer Rolle, welche mit der Schneke U an einer und derselben Achse befestigt ist. Von dem kleineren Theil der Doppelrolle geht ein Riemen nach zwei Umwindungen abwärts und trägt ein Gewicht 37. Das leztere hat den Zwek, die Schneke beim Auswärtsgehen des Wagens das Band aufwinden zu lassen. 16 ist ein kleiner Haken zum Zurükhalten des Hebels 17, wenn der leztere durch Aufwinden einer Kette oder durch Bewegung einer Zahnstange gehoben worden ist, welche mit der Welle, woran die Rolle befestigt ist, in Verbindung steht Das Ende dieser Zahnstange oder Kette wird mit dem senkrechten Theil des Hebels 17 in Verbindung gesezt. An dem unteren Theil dieses Hebels befindet sich eine Frictionsrolle, welche beim Niedersteigen desselben gegen einen Arm 19 drükt und auf die bei Handmulemaschinen gewöhnliche Weise die Umkehrung der Bewegung veranlaßt.

Die von dem Hebel 20 ausgehenden Stangen sind auf dieselbe Weise, wie bei der Handmule, mit den Einfallhaken verbunden, mit folgender Ausnahme. Zwei derselben, welche dazu dienen, den Riemenleiter in Bewegung zu sezen und der Einwärtsbewegung des Wagens ein Ziel zu sezen, stehen mit einem kurzen, am Gestelle befestigten Hebel 21 in Verbindung, und dieser wird durch die Stange 22 in Thätigkeit gesezt. Die beiden Stangen sind mit einem und demselben Zapfen an der Kurbel in Verbindung gebracht, um den sie sich in Schlizen bewegen. Diese Anordnung hat den Zwek, dem Wagen zu gestatten, auswärts sich zu bewegen, und dem Strekwerke, still zu stehen, während die Spindeln noch fortfahren sich zu drehen.

An der bei der Hand-Mulemaschine unter dem Namen „Mendozawelle“ bekannten Welle befindet sich ein konisches Rad 24, welches in ein an der kurzen Welle X sizendes Rad 25 greift. Die Welle X trägt das Rad 26, welches ein mit der Rolle an gleicher Welle befindliches Rad 27 umtreibt. Mit Hülfe dieser Räder wird dem Wagen seine Bewegung vom Strekwerk hinweg gegeben.

Beim Beginn der Knäuelbildung befindet sich die hiezu dienliche Schiene in ihrer höchsten Lage. Während der Bildung des Knäuels senkt sie sich allmählich, indem ein an dem Wagen hervorstehender Stift auf den Hebel 34 drükt. Dieser Hebel steht an seinem andern Ende mit einem Hebel in Verbindung, der einen Sperrkegel trägt, durch welchen das Sperrrad 35 bei jedem Auszug des Wagens um einen kleinen Bogen gedreht wird. Dieses Rad sizt an einer dünnen Welle, die sich in eine Schraube endigt; leztere läuft in einer Schraubenmutter, |252| welche an einer kleinen Stange befestigt ist, woran zwei Platten 36,36 festsizen. Die oberen Kanten der lezteren bilden geneigte Ebenen, auf denen die an der Schiene T, T befestigten Stifte ruhen. Die den geneigten Ebenen ertheilte Bewegung veranlaßt das allmähliche Sinken der Schiene T, T. Der Laufriemen macht einen Umlauf um den einen Schnurlauf der an der Welle W befindlichen Rolle, und umschlingt sodann eine kleine, am Wagenende angebrachte Rolle.

Die Räder, welche den verschiedenen Diagonalwellen Bewegung ertheilen, drehen sich lose an der Welle A, mit der sie durch eine Kuppelung Verbunden sind, welche eine Verschiebung längs einer an der Welle befindlichen Leiste gestattet. Mit Hülfe der Handhabe Y wird diese Kuppelung in Wirksamkeit und die Maschine in Stillstand gesezt, wobei die Welle A sich zu drehen fortfährt, ohne jedoch die Bewegung auf die Räder überzutragen.

Fig. 10 liefert einen Grundriß der Schneken in ihrer relativen Stellung zu einander; y, y ist das an das Ende des Wagens befestigte Lager, welches das Ende der Schneke U trägt; x eine Frictionsrolle, über die der Riemen 9 nach der Schneke hin geht.

Fig. 11 zeigt eine andere Methode das Garn aufzuwikeln. Das Getriebe a sizt an derjenigen Welle, welche bei der andern Einrichtung die Schneke U trägt. b, b ist eine Zahnstange, welche auf Frictionsrollen mit Spurkränzen läuft, damit sie sich der Länge nach frei bewegen lasse; c ein Rad, welches an einer Welle sizt, die an der Seite des Hauptgestelles, wo sich das Strekwerk befindet, gelagert ist; f ein horizontaler Hebel, dessen Stüzpunkt im Hauptgestell liegt. Der Stift, welcher diesen Hebel mit der Zahnstange e verbindet, läuft in einem an dem Ende desselben befindlichen Schliz. g ist ein von dem Ende des Wagens hervorstehendes Stük, welches an dessen Bewegungen theilnimmt und eine Frictionsrolle trägt, worauf der horizontale Hebel ruht. Dieses hervorragende Stük steht mit dem Wagen vermittelst eines Schiebers in Verbindung, der mit einer Schraube versehen ist, welche an ihrem oberen Ende ein Sperrrad trägt. In Folge dieser Anordnung wird bei jedem Auszug des Wagens das hervorragende Stük g etwas gehoben, während sich der untere Theil des Knäuels bildet.

Es ist zu bemerken, daß wegen der Lage des horizontalen Hebels in Verbindung mit der Hervorragung, auf welcher er ruht, dem Getriebe d oder dem Rade c keine Bewegung gestattet wird, während der Wagen einwärts geht, und daß mithin das Getriebe a, seinem Durchmesser und der Länge der Strekung gemäß, die volle Anzahl Umdrehungen machen wird.

|253|

In dem Maaße als der Knäuel zunimmt, hebt sich zufolge der Thätigkeit der Schraube und des Sperrrades die Hervorragung g bei jedem Auszug allmählich, bis sie, wenn der Knäuel seiner Vollendung sich naht, die durch punktirte Linien Fig. 11 angegebene Höhe erreicht hat. Wenn der Wagen beinahe am Ende seiner Bahn angelangt ist, so hat auch der horizontale Hebel die punktirte Lage angenommen, und die Zahnstange e ist verhältnißmäßig gestiegen. Während der Entfernung des Wagens vom Strekwerk ist die Zahnstange eine gewisse Streke längs des Wagens fortgeführt worden und der Hebel hat zugleich die bezeichnete Lage angenommen.

Es ist nun klar, daß wenn der Wagen dem Strekwerke sich nähert, das Ende des Hebels in einem fortwährend abnehmenden Verhältniß sinken wird, bis der Wagen in der Nähe der Strekwalzen angekommen ist. In demselben abnehmenden Verhältniß, in welchem es sinkt, wird die Zahnstange b, b von dem Wagen einwärts mitgenommen, wodurch die Umlaufsgeschwindigkeit der Spindeln auf die zum Aufwikeln des Garns geeignete Weise vermindert wird.

Die Wirkungsweise der Maschine ist nun folgende. Man nehme an, der Wagen befinde sich am Strekwerk, und die Procedur des Zwirnens und Ausziehens solle beginnen. Diese Bewegungen erfolgen auf dieselbe Weise, wie bei der gewöhnlichen Mule. Der einzige Unterschied liegt in der Mittheilung der Bewegung zur Entfernung des Wagens vom Strekwerke, welche durch die konischen Räder in Verbindung mit der Welle X eingeleitet wird. Die dadurch in Bewegung gesezte Rolle B veranlaßt die Entfernung des Wagens von den Strekwalzen. Wenn der Wagen seinen größten Abstand vom Strekwerk erlangt hat, drükt ein von demselben hervorragender Stift gegen den sich federnden Hebel 28, welcher die Zahnstange L, L so weit in die Höhe hebt, daß die Zähne desselben mit dem Getriebe I in Eingriff kommen, so daß also das Getriebe, wenn es sich zu drehen anfängt, auch das allmähliche Steigen der Zahnstange veranlaßt. Das Anhalten des Wagens und das Einstellen des Strekwerks ist eben so wie bei der Handmule und bedarf keiner weiteren Beschreibung. Dasselbe gilt von dem Einstellen der Umdrehungen der Spindeln, nachdem sie dem Garn die gehörige Drehung ertheilt haben. Erst nach Vollendung dieser Bewegungen beginnen die eigentlichen selbstthätigen Bewegungen der in Rede stehenden Maschine.

Wenn die Kuppelungsplatten F und H miteinander in Berührung sind, so wird durch die Welle C auch die Welle I mit dem Getriebe J in Bewegung gesezt. In Folge dieser Bewegungen steigt die Zahnstange L, L langsam in die Höhe. Der nächste Erfolg dieser Bewegung der Zahnstange ist der, daß die Bewegung der Spindeln |254| aufhört. Eine Hervorragung 29 der Zahnstange drükt nämlich gegen den Hebel M, welcher durch eine Zwischenstange mit der Bremse verbunden ist; diese Bremse wird fest gegen die Bremsrolle N angedrükt, nachdem die Zahnstange über den Hebel M hinausgegangen ist. Die an der Zahnstange befestigte geneigte Ebene o kommt mit einer Frictionsrolle in Berührung, die an der am Wagen befindlichen geneigten Fläche 5 befestigt ist; die Thätigkeit der einen veranlaßt die Stange 5 allmählich die senkrechte Stellung anzunehmen, während die andere den Aufschlagdraht niederdrükt. Wenn der Aufschlagdraht nahe bei den Spindelspizen angekommen ist, so ist der untere Theil der Zahnstange bereits mit dem an der Garnwelle befindlichen Getriebe K in Berührung gekommen; dieses kommt sofort in Umdrehung und ertheilt den Spindeln eine rükgängige Bewegung, um die Garnwindung loszuwikeln. Dieses Loswikeln und Niedersenken des Aufschlagdrahtes geht gleichzeitig so lange vor sich, bis die Stange 5 eine perpendiculäre Stellung annimmt; nachdem die an dieser Stange befindliche Frictionsrolle die geneigte Fläche zurükgelegt hat, so bleibt sie auf dem unmittelbar hinter der schiefen Fläche befindlichen flachen Theil liegen. Inzwischen hat die Spize der schiefen Fläche gegen den kleinen Hebel 30 gedrükt; dieser ist am einen Ende mit einem senkrechten Theil versehen, welcher lang genug ist, um bei jeder Höhe der Schiene T, T durch die schiefe Fläche in Thätigkeit gesezt werden zu können. Die Schiene T, T sezt den Hebel 31 in Thätigkeit, dieser drükt gegen den krummen Theil des Einfallhakens und hebt ihn aus; dadurch kommt die Spiralfeder in Wirksamkeit und hebt den Hebel G. Die Bewegung dieses Hebels veranlaßt die Entfernung der Platte F von H und den Eingriff der Kuppelung E in P. Diese Thätigkeit des Hebels G gibt zugleich dem untern Theil des Hebels eine vorrükende Bewegung; dadurch löst sich der Haken 1, welcher den Wagen in seiner größten Entfernung vom Strekwerk zurükhält, und zugleich der Haken 13 aus; lezterer hielt die Platte zurük, welche die Sperrkegel mit dem das Aufwinden veranlassenden Sperrrade außer Berührung bringt, so daß jezt die Welle W in Umdrehung kommen kann.

Der Wagen beginnt nun seinen Lauf gegen das Strekwerk. Mit Hülfe einer excentrischen Doppelrolle nimmt die Geschwindigkeit seiner Bewegung bis gegen die Mitte der zu durchlaufenden Streke stufenweise zu und dann bis zum Strekwerke stufenweise ab. Ist der Wagen am Ende seiner Bahn angelangt, so kommt die Stange z mit einer am Gestell befindlichen Stellschraube in Berührung, wodurch die schiefe Fläche auswärts gedrükt wird, so daß die Führer in die Höhe gehen können. Zugleich löst eine am Wagen befindliche Gabel |255| den Hebel 17 von dem ihn zurükhaltenden Haken aus, indem sie gegen den untern Theil des Hebels 16 drükt. Der Hebel 17 ist nun frei und die Spiralfeder kann durch die an diesem Hebel befindliche Frictionsrolle auf den Arm 19 ihre Thätigkeit äußern, wodurch der Wechsel der Bewegung der Maschine veranlaßt wird.

Beim Auszug des Wagens kommt der Hebel 17 wieder mit dem Haken in Berührung, indem sich eine Kette um die Welle, woran die Welle befestigt ist, wikelt. Das Ende dieser Kette ist mit dem oberen Theil des Hebels 17 verbunden. Während der Wagen dem Strekwerk sich nähert, sinkt die Zahnstange L, welche bei der rükgängigen Drehung der Spindeln und beim Niederdrüken des Aufschlagdrahtes in die Höhe gegangen war, allmählich in ihre vorherige Lage zurük und gelangt außer Bereich des Getriebes I, indem ihr Gewicht den Widerstand der Räder, womit sie in Verbindung steht, überwältigt.

Beim Einwärtsgehen des Wagens legt sich das Garn mit Hülfe der Stange 4 an der geeigneten Stelle um die Spindeln. Diese Stange besizt an ihrem unteren Ende eine Frictionsrolle, welche gegen die Schiene T, T drükt. Die Neigung dieser Schiene ertheilt dem Aufschlagdrahte vermittelst der Stange 4 eine entsprechende Bewegung aufwärts; weil aber die Schiene selbst herabsinkt, so findet jene Bewegung nach jedem Auszug des Wagens an einer höheren Stelle der Spindel statt. Das Aufwikeln des Garns wird durch die der Schneke U ertheilte Bewegung bewerkstelligt, indem sich das Band 9 bei Beginn der Bildung des Knäuels von der Schneke abwindet. Beim Aufwikeln des Garns auf die nakte Spindel windet sich das Band von einem beinahe parallelen Theil der Rolle, nämlich von 2 bis 1, Fig. 10, ab.

In dem Maaße als der Knäuel an Durchmesser zunimmt, windet sich das Band von einem größeren Durchmesser der Schneke ab und vermindert dadurch beim Einwärtsgehen des Wagens die Umlaufsgeschwindigkeit der Rolle. Das Band windet sich nämlich von der Rolle U ab; deßhalb wird bei jedem Auszug des Wagens eine stufenweise sich vermindernde Bandlänge frei, bis das Abwinden des Bandes bei 3 anfängt und bei 2 aufhört. – Die Patentträger nehmen in Anspruch:

1) Die Anordnung der Welle C, nebst Rädern und Kuppelungen an der Welle D, wodurch die Hin- und Herbewegungen des Wagens eingeleitet werden.

2) Die Anordnung einer Zahnstange L, welche das Niedersinken des Aufschlagdrahtes und das Loswikeln der um die Spindeln gewundenen Faden (the backing off) veranlaßt.

3) Die Anordnung der beiden schiefen Flächen in Verbindung |256| mit der Zahnstange L, wodurch der Aufschlagdraht niedergedrükt und in der geeigneten Lage gehalten wird, um das Garn gehörig auf den Spindeln zu vertheilen.

4) Die Construction einer Doppelrolle, um den Wagen dem Strekwerke entgegenzuführen.

5) Die Fig. 8 dargestellte Methode, den Bewegungswechsel zu Veranlassen, wenn der Wagen am Strekwerke angelangt ist.

6) Die beiden Fig. 10 und 11 dargestellten Methoden das Garn auf die Spindeln zu wikeln, und das Verfahren, die genannte Bewegung mit der Welle W in Verbindung zu bringen und von derselben abzusperren.

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