Titel: Zwekmäßige Einrichtung auf Eisenbahnstationen in England.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1842, Band 85, Nr. XXII./Miszelle 2 (S. 76–77)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj085/mi085022_2
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Zwekmäßige Einrichtung auf Eisenbahnstationen in England.

Bevor ein Train abgeht, muß natürlich die Locomotive erst angefeuert werden, und vollen Dampf haben, wodurch der Wasserstand im Kessel sinken muß; um nun denselben wieder auf den richtigen Stand zu bringen, fährt man auf deutschen Eisenbahnen gewöhnlich erst eine Streke mit Locomotive und Tender, damit wieder Wasser in den Kessel eingepumpt werde, welches Fahren auch dazu dient, den Ingenieur zu versichern, daß seine Maschine in Ordnung ist. Auf einer sehr frequenten Bahn würde dieses Fahren lästig und sogar gefährlich seyn; man hat daher auf einer der Seitenbahnen, oder in dem Locomotivenhause selbst folgende Einrichtung. Zwischen der Bahn ist eine ausgemauerte Grube, so lang, daß man zu jedem unten gelegenen Theile der Locomotive gelangen kann, und so tief (circa 3 Fuß), daß man bequem unter der Locomotive hanthiren kann; in der Mitte der Länge dieser Grube sind die Schienen so getheilt, daß ein Zwischenraum von ungefähr 4 Zoll entsteht, und unter der Mitte von jedem dieser Zwischenräume ist ein gußeisernes, etwa 3 Fuß im Durchmesser haltendes Rad so angebracht, daß die Tangente desselben mit der Schienenlinie zusammenfällt; nun fährt man die Locomotive so, daß die Treibräder derselben auf vorerwähnte Räder zu stehen kommen, und schiebt hinter die Vorder- und Hinterräder der Locomotive Holzkeile, damit dieselbe jene Stellung beibehalte. Nach dem Gesagten ist es einleuchtend, daß man die Maschine kann arbeiten lassen, ohne daß sie eine andere Wirkung hervorbrächte, als die, die Räder, auf welchen die Treibräder stehen, umzutreiben; dadurch erfüllt man den Zwek des Nachpumpens, und zugleich des Nachsehens, ob Alles in Ordnung ist, auf eine vortheilhaftere Art, denn der Ingenieur steigt in die Grube, und kann so jeden einzelnen Theil gehörig beobachten, und wo es nöthig ist nachhelfen. (Sächs. Gewerbeblatt.)

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