Titel: Sanderson's Gußstahlfabrik.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1842, Band 85, Nr. XXII./Miszelle 4 (S. 77–78)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj085/mi085022_4

Sanderson's Gußstahlfabrik.

Die größte Stahlfabrik in Sheffield (England) ist die von Sanderson, Brothers u. Comp. Dieselbe besteht aus fünf einzelnen Werken, von denen das eine in der Stadt, die übrigen vier aber in der Umgegend derselben liegen. Zur Darstellung des Gußstahls (Cast-steel) wird das beste schwedische Flacheisen benuzt, welches in den in bekannter Art construirten Oefen bloß durch Cementation mit Holzkohlen in Blasenstahl umgewandelt wird. Das Eisen bleibt fünf bis sieben Tage, oft auch noch länger, im Cementirofen. Demnächst werden die über und über mit Blasen bedekten Stahlstangen in Stüke zerschlagen und mit einem Zusaz von alten Stahl- und Eisenbroken sorgfältig in Tiegeln von Thon umgeschmolzen und in eisernen Formen zu Barren gegossen. Die zum Streken etc. der Barren benuzten Hammer werden durch Wasserkraft betrieben. Die Stangen werden von allen möglichen Dimensionen und Querschnittformen, als: quadratisch, oblong, rund und vierekig dargestellt, wobei besonders die große Fertigkeit |78| der Arbeiter in der genauen Darstellung der Formen und Dimensionen bewundert werden muß. Bevor die fertigen Stahlstangen versandt werden, wird jede derselben auf das Genaueste mit der Loupe untersucht und jede dadurch ermittelte fehlerhafte Stelle abgeschlagen.

Ein großer Theil dieses Gußstahls wird nach Amerika und dem europäischen Continent versandt. Sanderson kann wöchentlich 50 Tonnen oder 1000 Cntr. liefern. Der Preis pro Tonne ist 70 Pfd. Sterl. oder 466 Thlr. 20 Sgr., also das preuß. Pfund 6 Sgr. 5 Pf. (Dem „Auszug aus dem Tagebuch eines Reisenden durch Großbritannien und Belgien im Jahre 1841“, welcher den Verhandlungen des preuß. Gewerbe-Vereins 1842, 1ste Lief. beigelegt ist, entnommen.)

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