Titel: Neue Bereitungsart des höchst fein zertheilten sogenannten Dampf-Calomels.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1842, Band 85, Nr. XXII./Miszelle 7 (S. 78–79)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj085/mi085022_7

Neue Bereitungsart des höchst fein zertheilten sogenannten Dampf-Calomels.

Hr. Soubeiran schreibt hierüber an Hrn. Dumas: „Bekanntlich bedienen sich die französischen und englischen Aerzte beinahe ausschließlich des mit Dampf bereiteten versüßten Queksilbers. Die Darstellungsweise ist die von Josias Jewel mit Modifikationen von Ossian Henry (welche im polyt. Journal Bd. LXXXI S. 225 mitgetheilt wurden). Man läßt Wasserdampf und Calomeldampf in einen gemeinschaftlichen Recipienten treten. Unsere Fabrikanten chemischer Producte bedienen sich dieses Verfahrens; auch ich befolge dasselbe seit mehreren Jahren in der Pharmacie centrale, bin aber ganz und gar nicht damit zufrieden. Die Operation ist sehr schwer auszuführen, erfordert viel Uebung und oft führen eintretende Unfälle den Verlust eines großen Theils des Products herbei; man muß ferner zugeben, daß der in Frankreich präparirte Dampfcalomel weder so weiß, noch so fein ist, als der englische. Folgendes Verfahren finde ich weit vorzüglicher. Ich wende nämlich anstatt Wasserdampf, welcher sich zwischen die Theilchen des dampfförmigen Calomels lagert und dieselben sich zu vereinigen hindert, einen Luftstrom an, der über den erhizten Calomel hinstreichend den Dampf desselben, so wie er sich bildet, mit fortzieht und in Form eines feinen Pulvers condensirt. Zu diesem Behuf erhize ich den Calomel in einer irdenen Röhre in der Mitte eines Ofens und richte den Wind eines kleinen Ventilators mit Centrifugalkraft fortwährend in das Innere der Röhre; er weht den Calomeldampf |79| auseinander und führt ihn in die Recipienten. Würde man gerade Röhren hiezu nehmen, so würde ein Theil des Calomels mehr als 20 Meter weit geführt werden. Dieß verhindere ich dadurch, daß ich am Ende des Apparats eine Röhre anbringe, wovon ein kleiner Theil zulezt in Wasser taucht; die beständig austretende Luft bewirkt eine Erschütterung des Wassers, welches den Calomelstaub befeuchtet und seine Präcipitation veranlaßt. Diese Sperrungsvorrichtung läßt nichts zu wünschen übrig. Ich brauche, um dem Verfahren seine Vollkommenheit zu geben, nur noch die geeignetste Form und Substanz der Heizgefäße zu ermitteln. Dasselbe Verfahren dürfte sich auch zur Zertheilung anderer flüchtiger Körper eignen. (Comptes rendus, Mai 1842, Nr. 18.)

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