Titel: Zum Gebrauch der Stahlfedern.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1842, Band 85, Nr. XXXVIII./Miszelle 5 (S. 159)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj085/mi085038_5

Zum Gebrauch der Stahlfedern.

Man hat schon mehrere Mittel zum Puzen derselben vorgeschlagen und doch den rechten Punkt nicht berüksichtigt, worauf es eigentlich ankommt. Wenn wir nämlich die Natur des Gänsekiels gegen jene der Stahlfeder betrachten, so sehen wir, daß der erste mit einer Art von fettiger Haut umgeben ist, an welcher die Dinte langsam hinabgleitet. So lange an den Stahlfedern noch keine Oxydation stattgefunden hat, oder so lange der Firniß, mit welchem sie öfters überzogen sind, aushält, ist dieses Hinabgleiten der Dinte ebenfalls bemerkbar. So wie aber der Stahl angegriffen ist, hängt diese sich inniger an ihn an, die Feder gibt keine Dinte von sich, man drükt darauf, ohne seinen Zwek zu erreichen, und zerreißt nur noch das Papier. Aus dieser Ursache ist so vielen Personen der Gebrauch der Stahlfedern zuwider, und nicht mit Unrecht.

Dem Uebelstande des Festhaltens der Dinte abzuhelfen, ist aber nur nöthig, die dem Gänsekiel eigenthümliche Fettigkeit nachzuahmen, und dieß geschieht ganz leicht, indem man sich einen fetten Lappen hält, mit welchem man nach gemachtem Gebrauch die Feder jedesmal abwischt. Dieser Fettlappen wird am zwekmäßigsten auf die Art gefertigt, daß man halb Terpenthinöhl und halb Baumöhl zusammen mengt und die Leinwand damit trankt. Das Terpenthinöhl verflüchtigt sich und läßt das Baumöhl auf eine solche Art zertheilt zurük, daß die Fettigkeit nirgends zu stark hervorstechend ist, um die Dinte zusammenlaufend zu machen. Man kann auch irgend eine nicht zu steife Salbe vorräthig halten, in welche man die Feder nach gemachtem Gebrauch eintaucht und mit einem Leinwandlappen auspuzt. Es wird aber jeder, wenn er hierauf aufmerksam ist, die Stahlfedern gleich den andern gebrauchen können. Auch halten sie viel länger, als wenn man sie gleich vom Roste anfressen läßt, (v. Babo's landw. Berichte.)

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