Titel: Verfahren pulverige Farben mit der Papiermasse im Holländer sehr innig zu vereinigen, um bunte Papiere zu erzeugen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1842, Band 85, Nr. XXXVIII./Miszelle 6 (S. 159)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj085/mi085038_6

Verfahren pulverige Farben mit der Papiermasse im Holländer sehr innig zu vereinigen, um bunte Papiere zu erzeugen.

Der klebrige Bestandtheil der Kleie bildet mit chemischen Niederschlägen (z.B. chromsaurem Bleioxyd) klebrige Verbindungen, die sehr fest auf Zeugen haften und durch starkes Reiben in Wasser nicht mehr ganz wegzubringen sind. Aus diesem Verhalten kann besonders der Papierfabrikant Vortheil ziehen, da es ihm mittelst des Kleienklebers möglich wird, pulverige Farben mit der Papiermasse im Holländer sehr innig zu vereinigen. Löscht man z.B. gebrannten Gyps mit Wasser, schüttelt ihn mit Kleienabsud und bringt ihn auf ein Filter, so bleibt nach dem Troknen kein Gypspulver, sondern eine fest zusammenhängende Masse. Diese vereinigt sich vor dem Troknen sehr leicht und gleichförmig mit dem Papierzeuge, so daß man, um hievon im Großen Gebrauch zu machen, nur nöthig hat, den gelöschten Gyps mit Kleienabsud angerührt in den Holländer zu bringen; Gyps, Kleienkleber und Papierfaser werden sich dann gleichförmig verbinden.

Ganz vortrefflich eignet sich dieses Verfahren zur Darstellung bunter Papiere, deren Farbe es nicht gestattet, sie in der Masse zu färben, z.B. Rosa. Man hat sehr schönes rosa Briefpapier, allein seine Farbe ist unächt und sehr vergänglich. Durch Krapplak und Kleienabsud läßt sich eine haltbare erzielen. Es gehört dazu eine Sorte Krapplak, die sehr weich und abfärbend ist (wie sie z.B. Hr. Krüger in Berlin, Münzstraße Nr. 18 bereitet). Wenn man einen solchen erst für sich sehr fein zerreibt, dann unter dem Reiben erst wenig, hernach mehr Kleienabsud hinzusezt und nun mit Papiermasse zusammenschüttelt, so erfolgt eine Vereinigung und man kann aus diesem Gemenge ein Papier darstellen, welches selbst im Sonnenlicht nicht verbleicht. Dunkel gefärbte Papiere sind auf diese Weise leichter zu machen als helle, weil das Lakpulver schon äußerst fein seyn muß, um eine gleichförmige Vertheilung zu bewirken, durch langes Reiben und Schlämmen wird es aber zu erreichen seyn. (Runge in seiner Farbenchemie, Bd. II. S. 83.)

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