Titel: Pommereux's Verfahren die Bierhefe auszutroknen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1842, Band 85, Nr. XXXVIII./Miszelle 7 (S. 159–160)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj085/mi085038_7
|160|

Pommereux's Verfahren die Bierhefe auszutroknen.

Man bringt in einer Kammer oder Stube, deren Größe in Verhältniß steht zu der Menge Hefe, welche täglich ausgetroknet werden soll, rings herum Bretter an, welche einen Fuß übereinanderstehende Fächer bilden und, in Form eines Pultes, sich von Hinten nach Vorn etwas neigen. Diese Bretter oder Tische werden mit einer Schicht Gyps belegt und müssen zusammen eine Fläche von ungefähr 25 Quadratmetern auf 25, Kilogr. frischer Hefe, welche auf einmal getroknet werden soll, ausmachen. In der Mitte der Kammer bringt man einen ihrer Größe entsprechenden Ofen an, womit sie nöthigenfalls auf 34 bis 36° C. geheizt werden kann; auch versieht man sich mit einem kleinen Ventilator und verschiedenen Utensilien, wie Pressen, Sieben, einem flachen Reibeisen und einer Handmühle, um die Hefe nach dem Troknen zu Pulver zu mahlen.

Behandlung. – Wenn die flüssige Hefe unter der Hebelpresse hinlänglich troken und in der Consistenz erhalten wurde, wie sie im Handel geht, zerbricht und zerkrümelt man sie auf einem Sieb; die so vorbereitete Hefe breitet man nun auf den Brettern so dünn als möglich und ungefähr so aus, daß 4 Kil. Hefe 1 Quadratmeter der Bretterfläche bedekt. Die Feuchtigkeit der Hefe wird zum Theil vom Gyps eingesogen, zum Theil durch den Ventilator und die Ofenwärme verjagt.

Sobald die Hefe ausgebreitet ist, läßt man die äußere Luft eintreten, sezt den Ventilator in Bewegung und rührt während seiner Thätigkeit die Hefe oft um, damit sie auf allen Seiten austroknen kann und sich nicht am Gypse anhängt.

Wenn die Hefenklümpchen unter dem Finger zu widerstehen anfangen, so läßt man den Ventilator ruhen, verschließt das Zimmer und heizt den Ofen, bis die Temperatur des Locals 34 oder 36° C. beträgt) man läßt dann das Feuer ausgehen und wendet die Hefe beständig um, um ihr Austroknen zu befördern. Nach 36 Stunden ist sie so troken, daß sie nach Belieben gemahlen werden kann. Man verpakt sie in Fässer, welche innen mit Papier ausgelegt sind. (Descript. des Brevets Bd. XLII.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: