Titel: Kartoffelbrod für die Pferde.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1842, Band 85, Nr. LVII./Miszelle 16 (S. 239–240)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj085/mi085057_16
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Kartoffelbrod für die Pferde.

Hr. Tostain theilte vor Kurzem der Société royale d'agriculture zu Caen sein Verfahren mit, Kartoffelbrod für die Pferde zu bereiten. Eine Commission prüfte dasselbe und Folgendes ist ihrem Berichte entnommen. Bei ihrer Ankunft zu Ecoville (am 17. März) wurden die Kartoffeln eben in einem Faß, welches auf einem Kessel stand, der in einem Ofen eingemauert war, gedämpft. Nach dem Dämpfen wurden sie in zwei Kufen geschüttet und in ungefähr 25 Minuten, nachdem sie hinlänglich erkaltet waren, zerstampft, dann Gerstenmehl zugesezt und von neuem gestampft, wobei man die Masse mit einer eisernen Schaufel öfters wendete. Dann wurden die Brode geformt und gebaken; sie müssen 18 Stunden im Ofen bleiben. Auf 3 Hectoliter Kartoffeln nimmt man 21 Kilogr. Gerstenmehl. – Die Pferde fraßen dieses Brod mit vieler Begierde; auch die Kühe, Schweine, das Geflügel fraßen es sehr gerne, ohne ein Stükchen übrig zu lassen.

Man erhält mit 3 Hectoliter Kartoffeln 78 Brode, wovon jedes im Durchschnitt etwas weniger als 2 Kilogr. wiegt, zusammen wiegen sie 148 Kilogr. – Man gibt einem von Morgens 6 Uhr bis Abends 6 Uhr arbeitenden Pferde 8 Kilogr. solchen Brodes auf drei Mahlzeiten, nämlich Morgens 1 1/3 Laib, eben so viel Mittags während der zweistündigen Ruhezeit, endlich 1 1/3 Abends; ferner 5 Kilogr. Heu in 24 Stunden. Nicht täglich, oder wenig arbeitenden Pferden, den Zuchtstuten, gibt man nur 5 Kilogr. Brod und 5 Kilogr. Heu. Während der zweistündigen Ruhe oder an Tagen, wo die Pferde wenig arbeiten, gibt man etwas Stroh.

Hr. Tostain baut die Kartoffeln so, daß er deren das ganze Jahr hat. Er bedient sich gegenwärtig der gewöhnlichen runden Kartoffel, dann der rothen langen, aus welcher das Brod bis zur Ernte der Frühkartoffel bereitet wird.

Dieses Futter kann sehr nüzlich werden vorzüglich für junge und alte Pferde, wegen ihrer Zähne; auch ist es von Vortheil in Jahren, wo das Futter nicht geräth und der Hafer theuer ist. (Moniteur industriel. Jun. 1842.)

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