Titel: Gesundheitsbetten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1842, Band 85, Nr. LVII./Miszelle 17 (S. 240)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj085/mi085057_17

Gesundheitsbetten.

Das gewöhnliche Lager auf Roßhaar oder Wolle ist bei Kindern oder Greisen, welche das Wasser nicht halten können, und bei den Unreinen in Spitälern sehr unzwekmäßig. Der Tapezierer Lonchamp suchte der Unreinlichkeit und Ungesundheit derselben durch zwekmäßige Anwendung des bekannten und öfters empfohlenen Seegrases (Zostera) abzuhelfen. Zu gewöhnlichen Matrazen verwendet bietet dieses aber beinahe dieselben Uebelstände dar. Statt es daher in Tuch zu hüllen, aus dem es nicht herausgenommen werden kann, breitet er diese Pflanze auf dem Boden des Bettes aus, welches aus nebeneinander gereihten Brettern einen Kasten bildet, der in der Mitte eine Höhlung hat, worin der Urin sich sammelt, der dann durch eine Röhre abläuft. Man braucht daher nur ein frisches Leintuch aufzulegen, eine oder zwei Handvoll Seegras, die naß sind, herauszunehmen und mit frischem zu ersezen; der Kranke wird dadurch gehörig rein gehalten. – Das gut ausgewaschene und wieder getroknete Seegras kann sehr lange Zeit immer wieder gebraucht werden, weil diese Pflanze nur sehr schwer in Fäulniß übergeht.

Hr. Lonchamp verfertigt auch Seegras-Matrazen, die in der Mitte eine mehr oder weniger große Oeffnung haben, deren Wände mit einem mit Kautschuk überzogenen Zeuge ausgekleidet sind. Diese Oeffnung wird mit Seegras ausgefüllt, welches nach Belieben gewechselt werden kann. Durch diese Verstopfung wird der Zutritt der Luft durch die Oeffnung verhindert, welche den Kranken erkälten würde. – Schon wurden in mehreren Spitälern Versuche mit solchen Lagern angestellt, wobei sie sich als sehr zwekmäßig und ökonomisch bewährten. (Aus einem Bericht des Hrn. Herpin im Bullet. de la Société d'Encouragement, Mai 1842.)

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