Titel: Das Leben unter Wasser ohne Communication mit der Atmosphäre.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1842, Band 85, Nr. LVII./Miszelle 6 (S. 235–236)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj085/mi085057_6
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Das Leben unter Wasser ohne Communication mit der Atmosphäre.

Ein auffallender Versuch wurde kürzlich von Hrn. Dr. Payerne vor den Mitgliedern der Polytechnic Institution angestellt. Derselbe ließ sich nämlich in der Tauchergloke dieses Instituts in seiner gewöhnlichen Kleidung in die Themse hinab und blieb drei Stunden lang untergetaucht, ohne aus irgend eine Weise mit der oberen Luft in Verbindung zu stehen und ohne scheinbar im Geringsten durch diese lange Untertauchung ein Mißbehagen zu empfinden. Er behauptet, daß er ebensowohl 12 oder 24 Stunden hätte untergetaucht bleiben können. Die Gloke wurde von Mehreren bewacht, um sich zu überzeugen, daß keine frische Lebensluft hinzugeleitet werde. – Nachdem diese für unmöglich betrachtete Thatsache einmal vollführt worden, findet (wie gewöhnlich) jedermann, wie leicht dieß ist. Man braucht nur etwas mitzunehmen, was die Kohlensäure in dem Maaße absorbirt, als sie erzeugt wird, und außerdem nebst einer Lampe einen Körper, woraus Sauerstoff genug entwikelt werden kann, um das Leben zu erhalten. Aezkali z.B. absorbirt beinahe die Hälfte seines Gewichts Kohlensäuregas, und chlorsaures Kali liefert beim Erhizen eine reichliche Menge Sauerstoffgas. Die Ausführung dieser Hauptbedingungen aber mit der gehörigen Umsicht und Geschiklichkeit räumt Hrn. Payerne eine hohe Stelle unter den Erfindern unserer Zeit ein. – Die praktischen Anwendungen dieser neuen Kunst sind zahlreich und wichtig. Die Tauchergloken und Taucherhelme werden jezt befreit von allem jenem lästigen und subtilen Zubehör, welches ihre Benuzung so schwierig und keinesfalls gefahrlos macht. Auch für Kriegszweke ist diese Erfindung unschäzbar. Hr. Dr. P. soll jezt mit der Construction eines unter dem Wasser gehenden Fahrzeuges beschäftigt seyn, womit er es unternehmen will, in jeden feindlichen Hafen ungesehen einzufahren und in einem einzigen Tage die Vorkehrungen zu treffen, um alle in demselben vorhandenen Schiffe zu zerstören. (Mechanics' Magazine, Mai 1842, S. 440.)

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