Titel: Löschen von Feuersbrünsten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1842, Band 85, Nr. LXXVI./Miszelle 10 (S. 320)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj085/mi085076_10

Löschen von Feuersbrünsten.

Zu einer Zeit, wo so viele Feuersbrünste stattfinden, wollen wir ein im Courrier Belge angegebenes, die Gefahr minderndes Mittel mittheilen. Jeder Hauseigenthümer werde von der Obrigkeit angehalten, auf seinem Boden ein hölzernes, mit Zink ausgelegtes Reservoir aufzustellen, welches 1 Kubikmeter Wasser enthält. Dieses Reservoir würde vom Regenwasser gespeist und das Ueberlaufende sich von selbst in die vom Dach ausgehende Rinne begeben. Unten am Reservoir wird ein Hahn angebracht, welcher das Schraubengewinde eines leinenen Schlauchs aufnimmt, an dessen Ende eine Sprizröhre gestekt wird, was zusammen eine ganze Feuersprize gibt. Kommt im ersten Stokwerk oder im Keller Feuer aus, so brauchen die Schläuche nur aneinander geschraubt, der Hahn des Reservoirs geöffnet und der Strahl auf den im Ausbrechen begriffenen Brand gerichtet zu werden, welcher sogleich gelöscht seyn wird. – Einen einzigen Uebelstand haben diese Leinenschlauche, daß sie nämlich, einmal mit Wasser getränkt, sich nur sehr starken Krümmungen fügen, sie biegen sich aber sehr gerne im rechten Winkel, z.B. eines Treppenhauses. Sie müssen natürlich durch die Deken aller Stokwerke gestekt werden können, weßhalb man in der Eke eines Zimmers ein Loch für dieselben offen läßt. Wer die Sache dauerhafter machen will, kann die Schläuche durch Bleiröhren ersezen, welche an ihrer Stelle bleiben und in jedem Stok mit einem Hahne versehen sind, an welchen dann erst der Schlauch mit der Sprizröhre geschraubt wird. – Das Gewicht des mit Wasser angefüllten Reservoirs beträgt 1,100 Kilogr. – Die meisten neueren Gebäude haben dieses Reservoir schon auf ihrem Dach; es braucht nur noch mit Hahn, Schläuchen und dem Sprizrohre versehen zu werten.

Diese Vorrichtung gewährt den Vortheil, keine Unterhaltungskosten zu verursachen; bei jedem Regen erhält das Wasser wieder seine gehörige Höhe und wird erneuert. In Häusern, wo eine Drukpumpe das Wasser in die Reservoirs schafft, braucht im Fall eines Brandes nur beständig fort gepumpt zu werden, um das Reservoir zu speisen, welches in der Höhe, wo es angebracht ist, immer einen so starken Wasserstrahl gibt wie unsere Feuersprizen; man bedenke nur, daß man bei 16 Meter Höhe einen Druk von 2 Atmosphären an der Mündung der Sprizröhre erhält. (Echo du monde savant 1842, No. 737.)

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