Titel: Vorkommen von Jod in käuflichem Bromkalium.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1842, Band 85, Nr. LXXVI./Miszelle 3 (S. 317–318)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj085/mi085076_3

Vorkommen von Jod in käuflichem Bromkalium.

In mehreren im Handel gekauften Mustern von Bromkalium entdekte Hr. Lassaigne eine sehr kleine Menge Jodnatrium und zwar durch die empfindliche Reaction des Amylons auf das freie Jod. Sezt man der zu prüfenden Bromkaliumlösung ein paar Tropfen einer schwachen Chlorlösung zu, so wird die Flüssigkeit sogleich gelb gefärbt; taucht man nun ein gestärktes weißes Papier hinein, so wird dieses violett oder schwach indigblau gefärbt, je nach der Menge des durch die ersten Chlorantheile frei gewordenen Jods. Ist genug Chlorlösung hinzugesezt worden, um alles Bromkalium zu zersezen, so färbt sich das Amylonpapier nicht sogleich, weil dann das Jod in der Flüssigkeit sich als Bromid befindet und nicht auf das Amylon wirkt, aber es tritt die merkwürdige Erscheinung ein, daß wenn man das Papier aus der Flüssigkeit nimmt und der Luft aussezt, der benezte Theil desselben in einer oder zwei Minuten röthlich wird und dann durch Violett in Blau übergeht. Dieselbe Reaction tritt ein, wenn man das Papier in der Flüssigkeit maceriren läßt; jedoch erst nach längerer Zeit.

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Diese in Folge der Zersezung des Iodbromids durch die organische Substanz des Papiers und vielleicht auch durch das Amylon selbst eintretende Erscheinung gestattet die kleinsten Mengen Jod in Bromkalium oder Bromnatrium aufzufinden. (Echo du monde savant, Jul. 1842, Nr. 4.)

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