Titel: Neues seifenartiges Extract zum Waschen der Wolle.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1842, Band 85, Nr. LXXVI./Miszelle 6 (S. 318–319)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj085/mi085076_6

Neues seifenartiges Extract zum Waschen der Wolle.

In Deutschland wird mit aller Sorgfalt dahin getrachtet, der feinen sächsischen, sogenannten Electoral-Wolle den Vorrang zu erhalten, welchen ihr die Franzosen und Engländer noch nicht entreißen konnten. Man nimmt an, daß das Entfetten mittelst Seife und Alkalien der Wolle nebst dem Schweiße einen Theil ihrer Geschmeidigkeit und Zartheit benimmt oder die Fasern ihrer Gewebe zum Krausen bringt; man sucht deßhalb ihr diese an den indischen Casimirs so geschäzte seidenartige Beschaffenheit zu erhalten. – Man bedient sich hiezu statt der alten Waschmethode eines (um sein Anbrennen zu verhüten) im Wasserbad bereiteten Extracts. Dieses schmekt süßlich, nur wenig bitter. Mit Wasser schäumt es stark und zeigt alle Eigenschaften des von Bussy so genau beschriebenen Saponins. Das Saponin trägt durch eine Art Schleim zu der weichen Geschmeidigkeit der Wolle und ihrer Haare in den Geweben bei; es entfettet nicht so gut, erhält aber die Kraft oder den Nerv der Fasern, welche vom Alkali beim Waschen mit Seife und von der Lauge angegriffen werden, wodurch sie sich einziehen. – Wir mußten nun nur noch wissen, welche europäische Pflanze dieses Extract liefere, denn das Seifenkraut nach Buchholz, die Leontice |319| leontopetalum im Orient, die Quillaya-Rinde nach Boutron und Henry, und noch viele andere Pflanzen enthalten Saponin. Nach mehreren Versuchen fanden wir die Gypsophila Struthium als die an diesem Stoffe reichste in unseren Gegenden. Im Orient, in Illyrien, in Spanien wurde diese, den Alten schon bekannte Pflanze, wie sie ist, angewandt. Das Extract derselben aber ist zwekmäßiger und bequemer zum Reinigen der Wolle und Wollenzeuge. Der Anbau derselben wäre in Frankreich leicht. Virey. (Journal de Pharmacie, April 1841, S. 324.)

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