Titel: Ueber das Verfahren beim Kyanisiren des Grundschwellenholzes für die Hull-Selby-Eisenbahn; von John Timperley.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1842, Band 85, Nr. XCV./Miszelle 2 (S. 396–397)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj085/mi085095_2

Ueber das Verfahren beim Kyanisiren des Grundschwellenholzes für die Hull-Selby-Eisenbahn; von John Timperley.

Auf die Anempfehlung der Ingenieurs Walker und Burges wurde beschlossen, die Grundschwellen dieser Bahn in geschlossenen Gefäßen mittelst Verdünnung der Luft und Compression der Flüssigkeit statt wie gewöhnlich in offenen Trögen zu kyanisiren. Der Apparat besteht aus zwei Trögen, einem Reservoir, zwei Drukpumpen und einer doppelten Luftpumpe. Die Tröge sind cylindrisch, mit flachen Enden von etwa 1/2 Zoll diken Stabeisenplatten verfertigt. Sie sind 70 Fuß lang und 6 Fuß weit. An jedem Ende befindet sich eine außen flache, |397| innerlich concave, gußeiserne Thüre mit Gegengewichten, um sie aufziehen und herablassen zu können. Jedes Ende ist durch fünf parallele gußeiserne Rippen verstärkt, deren Enden mit stabeisernen Bändern zusammengehalten werden, und die ringsum an die Tröge genietet sind. Troz der großen Stärke dieser Stangen brachen doch einige durch den während der Operation angewandten Druk. Die Gefäße sind mit Filz ausgelegt, welcher mit genau zusammengefügten föhrenen Latten bedekt wird, die mit kupfernen Nieten befestigt werden. Diese Vorsicht ist nöthig, um dem Verderben vorzubeugen, welches durch die Berührung des Eisens mit dem Queksilbersublimat herbeigeführt würde. Ursprünglich hatte man nur eine messingene Drukpumpe von 2 Zoll Durchmesser und 6 Zoll Kolbenhub; da diese aber unzureichend befunden wurde, kam noch eine hinzu von 4 Zoll Durchmesser; es konnte von nun an ein Druk von 100 Pfd. auf den Quadratzoll leicht erzielt werden. Die Luftpumpe hat 10 Zoll Durchmesser und 15 Zoll Hub und ist von gewöhnlicher Construction. Das Verfahren ist einfach und geht schnell. Der Aezsublimat wird vorher in einem Bottich mit warmem Wasser im Verhältniß von 1 Pfd. auf 20 Pfd. des leztern gemischt; die klare Lösung wird sodann in das Reservoir abgeschüttet, in welchem sie bis zum gehörigen Grad mit Wasser verdünnt wird, wovon man sich mittelst des Aräometers überzeugt. Die Operationen des Auspumpens und Comprimirens erfordern acht Mann fünf Stunden lang; der ganze Proceß dauert beiläufig sieben Stunden, in welcher Zeit 17 bis 20 Ladungen in jedem Trog kyanisirt werden. Es ist gut, das Holz zwei bis drei Wochen nach dem Kyanisiren aufgeschichtet zu lassen, ehe man es gebraucht. 3/4 Pfd. Aezsublimat wurden hinreichend befunden, um eine Ladung (50 Kubikfuß) Holz zu präpariren. Im Ganzen wurden etwa 337,000 Kubikfuß Holz kyanisirt, wovon mit Einschluß eines Theils der Anschaffungskosten der Tröge der Kubikfuß im Durchschnitt auf 5 Pence zu stehen kam. Das Holz wurde nach dem Proceß untersucht und gefunden, daß die Lösung bis in das Herz der Klöze eingedrungen war. – Aus den beigegebenen Tabellen geht hervor, daß die Sättigung eines Kubikfußes ohne Auspumpen der Luft bei Danziger Bauholz nicht mehr als 2 1/4 Pfd. Queksilbersublimat erforderte, während 12 1/4 und 15 1/4 Pfd. bei inländischem (engl.) Holz nöthig waren, was der Verf. zum Theil der größern Compactheit jenes Holzes zuschreibt. (Mechanics' Magazine, Mai 1842, S. 405.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: