Titel: Galvanoplastische Silberplattirung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1842, Band 85, Nr. XCV./Miszelle 4 (S. 398)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj085/mi085095_4

Galvanoplastische Silberplattirung.

Hr. Becquerel berichtet der französischen Akademie, daß Hr. Belfield-Lefèvre sich es zur Aufgabe gemacht habe, die Galvanoplastik zur Erzeugung von plattirtem Blech – aus Kupfer und Silber bestehend – anzuwenden. Sein Verfahren dabei ist von dem bisher zur galvanischen Vergoldung und Versilberung eingeschlagenen ganz verschieden. Es handelt sich hier nicht mehr darum, auf irgend ein Metall eine dünne Platin-, Gold- oder Silberschicht niederzuschlagen, sondern mittelst eines schwachen elektrischen Stroms mit Silber plattirte Kupferblättchen zu machen, bei welchen beide Metalle in beliebigen Verhältnissen über einander befindlich seyn können.

Auf eine gehörig präparirte, in Verbindung mit dem negativen Pol eines Volta'schen Apparats befindliche Metallplatte fällt Hr. Belfield-Lefèvre zuerst eine vollkommen reine, gleichförmige, homogene Silberschicht, welche er durch sein Verfahren so dik machen kann als er will; auf diese Silberschicht fällt er sodann eine Kupferschicht. Wenn leztere dik genug ist, wird die plattirte Platte von der andern abgenommen, auf welcher sie gebildet wurde, und kann dann ohne weitere Präparirung zur Photographie und vielleicht auch zu anderm Gebrauche dienen.

Hr. B. – L. hatte hiebei mehrere Schwierigkeiten zu überwinden; es durfte nämlich die niederfallende Silberschicht sich an die Platte, auf welche sie sich ansezte, nicht anhangen und sie mußte die Politur von deren Oberfläche vollkommen wiedergeben; der Silberabsaz mußte sich eine beliebige Zeit lang gleichförmig fort erzeugen, damit demselben eine beliebige, vorher bestimmte Dike gegeben werden konnte; das Kupfer hingegen mußte sich innig mit der Silberschicht verwachsen und hinlänglich fein, rein und hämmerbar seyn; endlich mußte das ganze Verfahren so einfach und ökonomisch seyn, daß die galvanoplastisch plattirte Platte mit der auf gewöhnlichem Weg erhaltenen mit Vortheil concurriren kann. Hr. B. – Lef. beschäftigt sich jezt in Verbindung mit Hrn. Deleuil mit der Anwendung seines Verfahrens auf die Industrie, und das vorliegende Muster scheint alle wünschenswerthen Eigenschaften zu vereinigen. (Comptes rendus. Julius 1842, No. 1.)

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