Titel: Ermittelung der in Galläpfeln etc. enthaltenen Quantität Gerbestoffs.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1842, Band 85, Nr. XCV./Miszelle 6 (S. 399)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj085/mi085095_6

Ermittelung der in Galläpfeln etc. enthaltenen Quantität Gerbestoffs.

Hr. Meunier d. ä. in Sedan fand durch zahlreiche Versuche mit Gerbestofflösungen und Gallertlösungen, deren Gehalt genau bestimmt war, daß zur Fällung eines Grammes Gerbestoff 1,16 Gramme Gallerte nöthig sind. Dieses Verfahren zur Ermittelung der in einer guten Sorte Galläpfel enthaltenen Menge Gerbestoffs angewandt, zu welchem Behuf sie gröblich gestoßen, dreimal mit ihrem dreißigfachen Gewicht Wasser ausgekocht, und dann mit Gallertlösung (von 50 Gallerte in 500 Wasser) versezt wurden (von welcher Lösung also 11 Theile einem Theil Gallerte entsprechen), ergab, daß 10 Gramme dieser Galläpfel 4,14 Gerbestoffs, oder 41,40 Proc. enthalten.

Eine gute Sorte Catechu bedurfte zur Fällung des Gerbestoffs aus 10 Gram. 68 Theile der Gallertlösung, welche 68/11 oder 6,18 Grammen Gallerte entsprechen. Nun verhält sich 1,16 zu 1 wie 6,18 zu 5,32, wonach also in 10 Theilen Catechu 5,32 oder 53,20 Proc. Gerbestoff enthalten sind. Die Fällung des Catechu's ist übrigens schwieriger als die der Galläpfel, weil der Niederschlag so fein zertheilt ist, daß schwer zu sehen ist, wann nichts mehr niederfällt.

Einen Fehler hat jedoch dieses Verfahren: daß nämlich nicht aller Gerbestoff niedergeschlagen wird; allerdings bleibt nur sehr wenig davon zurük; doch entsteht troz eines Ueberschusses von Gallerte mit Eisenoxydsalzen ein schwarzblauer Niederschlag, der vielleicht von etwas gebildetem gerbesaurem Salz herrührt.

Essigsaures Blei zeigte sich als ein unsicheres Mittel zur Fällung des Gerbestoffs, da der sehr fein zertheilte Niederschlag nicht wahrnehmen läßt, wenn man mit dem Zusezen der Gerbestofflösung aufhören soll, und zweitens das sich bildende gerbsaure Bleioxyd etwas auflöslich ist. – Die Gallerte bleibt das beste Mittel, um Galläpfel, Catechu und dergl. auf ihren Gerbestoffgehalt zu prüfen. (Journal de Chimi médicale. Jun. 1842, S. 336.)

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